Depeche Mode
 

Depeche Mode

 

Hannover „TUI-Arena“ 03.11.2009

 

- oder was bekomme ich für 1 Euro pro Minute -

 

Auch wenn es Depeche Mode nun seit fast 30 Jahren gibt, sollte ich die Briten an diesem Dienstag das erste mal live sehen und war entsprechend gespannt auf ihr Konzert in der „TUI-Arena“ von Hannover. Angeblich passen 14.000 Leute in die „TUI-Arena“ rein, fast doppelt so viel, wie in die Bielefelder Seidenstickerhalle, die ich ja in und auswendig kenn, oder anders gesagt, es sollte meine bisher größte Indoor Veranstaltung werden.

Mir schlackerten da schon so ein bisschen die Beine…

Pünktlich um 16.30 Uhr (!) standen meine drei Mitfahrerinnen in Barntrup bereit (naja, ich hab´s ja nicht so mit der Pünktlichkeit) und los ging´s, ganz ohne Hetze, nach Hannover. Dort war die Arena, durch die großen  Hinweistafeln mit fetten Depeche Mode Text, sehr gut ausgeschildert und wir fanden recht schnell einen Parkplatz, gleich neben der „TUI-Arena“.

Der erste Schock kam dann auf dem Parkplatz, der Parkeinweiser wollte doch glatte 5,- Euro Parkplatzgebühr haben !!! Naja, was hatten wir für ne Wahl ? Es war dunkel und wir kannten uns in dem Viertel nicht aus, also hat Verena mit nem 10er bezahl und später auch noch festgestellt, dass der Typ nur 3,- Euro Kleingeld zurückgegeben hat. Na Bingo.

Einlass war um 18.30 Uhr, aber da wir ja schön weit vorne stehen wollten, standen wir durch unsere frühe Anreise schon um 18.15Uhr in einer der beiden 200m langen Schlangen. Als sich die Schlange dann aber um kurz nach halb7 in Bewegung setzte, ging es doch recht schnell bis wir in der Arena waren. Wobei ich allerdings auch noch nie eine so schlampige Kontrolle erlebt habe. Wir hätten alles mit reinschleusen können, von Digicams bis Waffen. Es wurden nur die Eintrittskarten kontrolliert, ansonsten nix. Selbst in die Umhängetaschen wurde nur kurz reingeblickt.

Drinnen dann der zweite Schock, pro Kleidungsstück nahm man uns an der Garderobe 2,- Euro ab ! Pro Teil, nicht pro Person… Und es war kalt drau­ßen, so dass wir eigentlich viel abzugeben gehabt hätten. Aber so gaben wir nur die dicken Jacken ab. Pullover kann man ja auch um den Bauch binden wenn´s zu warm wird

Um kurz nach 19Uhr standen wir dann auch schon im Innenbereich, direkt vor der Bühne bzw. vor dem Laufsteg. Der Innenbereich ist ja noch mal abgetrennt. Vor die Bühne passen vielleicht 200 Leute hin und der Rest, der Karten für den Innenbereich hat, steht halt hinter der Absperrung.

Gut, wir waren direkt vor der Bühne und nach 1 Stunde rumstehen, Cola schlürfen, Pizza und Popcorn (!) futtern, begann die Vorband Soulsaver mit ihrem Programm. Soulsaver konnten allerdings niemanden vom Hocker reißen. Es hatte schon seinen Grund, warum die 2 Soulsaver Videos auf You Tube nur 360 bzw. 700 Klicks hatten. Der Sänger hatte zwar ne fette tiefe Stimme, aber die Songs waren so was von lahmarschig und uninteressant, das alle nur hofften, dass die schnell wieder von der Bühne sind. Was hätte ich dafür gegeben, wenn Nitzer Ebb im Vorpro­gramm gewesen wäre, aber leider sind die erst im Frühjahr 2010 in Düssel­dorf und Co. mit Depeche Mode auf Tour.  

Nach knapp 40 Minuten war die Vorband endlich zu Ende und dann begann das Warten….. Warten…. Warten…. Warten…

Dabei stand schon alles auf der Bühne !!!

Es fehlten nur noch Depeche Mode !

Nach 45 Minuten Langeweile kamen die Jungs dann endlich zu fünft auf die Bühne. Neben Dave, Martin und Andrew waren noch ein zweiter Keyboarder und ein Schlagzeuger mit dabei, was sich im Laufe des Gigs als sehr gute Konstellation herausstellte.

Mit „In Chains“, dem ersten Song ihres aktuellen Albums „Sound of the Universe“ eröffneten Depeche Mode in Hannover und danach folgte gleich „Wrong“, das sicherlich auch jeder kennt. Danach sackte die Stimmung in der „TUI-Arena“ allerdings etwas ab. Ich hab erwartet, dass die Leute nur so am toben sind, während des ganzen Konzertes. Das war aber nicht so…

Irgendwie tat sich nur auf der Bühne etwas. Unten im Pub­likum wurde es immer ruhiger bei „Walking in my shoes“, „It ’s no good“ und „Question of time”, um mal die bekannteren Songs zu nen­nen. Naja, um ehrlich zu sein, ich weiß auch gar nicht wie die anderen Songs hießen *fg*.


Dave mühte sich auf jeden Fall nach seiner schweren Operation im Sommer sichtbar ab. Die schwere Magen-Darm-Entzündung und der im Anschluss noch gefundene Blasentumor hinterließen an Dave ihre Spuren. Er war ja nie dick und trotzdem sind noch einige Kilos runter gegangen, so dass Dave wirklich nicht viel auf den Rippen hatte bei diesem Gig.

Dementsprechend passte auch die haut­enge Hose nicht mehr. Zigmal zog er sie hoch. Wäre da ein Gürtel nicht passender gewe­sen ? Oder vielleicht mal ´ne neue Hose ?

Egal, er legte sich trotzdem ins Zeux und auch Martin stand nicht faul mit seiner Klampfe herum. Und trotzdem sprang der Funke nur bedingt auf´s Publikum über. Da habe ich viel viel mehr erwartet.

Die erste kurze Pause war schon recht früh, nach ca. 40 Minuten und danach kam nur Martin zusammen mit dem zweiten Keyboar­der auf die Bühne. Dort zauberte er „Dressed in Black” in unsere Gehörgänge. Wow, das war schon herzergreifend ! Und auch als er den Song eigentlich beendet hatte, wurde aus allen Richtungen „Dressed in black again“ gesunden, so dass Martin noch mal einsetzen musste. Nicht anders erging es ihm bei „Home”, aber Martin wollte es ja auch nicht anders, er hat das Publikum ja entsprechend animiert mit zu singen. Und selbst als der Rest der Band auf die Bühne kam, erklag die „Home“ Melodie noch aus tausenden von Kehlen.


Diese zwei Soloeinlagen taten dem Gig auf jeden Fall gut, denn die Stim­mung wurde ganz klar besser. Mag aber auch an den weiteren Songs wie „Policy of truth“, „In your room”, „I feel you” und „Enjoy the silence” gelegen haben. Je älter die Songs waren, desto besser war die Stimmung bzw. desto lauter wurde mitgesungen.

Angenommen ich könnte nur einen einzigen Song von Depeche Mode live sehen, dann würde ich mich ganz klar für „Never let me down again” entscheiden ! Dafür gibt es drei Gründe:

1. „Never let me down again” ist einer der 5 geilen Depeche Mode Songs.

2. „Never let me down again” war 1987 meine erste Depeche Mode Single

3. und das ist der wichtigste Grund: bei „Never let me down again” winkt das ganze Publikums im Takt zum Song, gesteuert von Dave und das sieht bei den You Tube Videos so geil aus….

Schaut doch einfach mal rein !!!

Bei dem Song sind auch die Show-, Bilder- und Lichteffekte auch am genialsten ! Zusätzlich zu der riesigen Kugel an der Decke, die als Lein­wand dient, der riesigen Multimedia-Projektionswand hinter der Bühne und den fetten Strahlern auf der gegenüberliegenden Seite der Halle, die von dort aus die 150m entfernte Bühne manchmal komplett beleuchten, sind direkte über der Bühne 4 Gelenkarme mit mehreren schwenkbaren Spot­lights, die die Bühne perfekt ins Licht setzt und Lichteffekte auf die Bühne bringen. Und die bewegen sich gerade bei dem Song am auffälligsten. Also allein von der Licht- und Effektshow her, muss ich ja zugeben, noch nie eine geilere Show gesehen zu haben !!!  

Und wenn man das hautnah erlebt, ist alles noch 10x besser….

Und wenn man jetzt noch mit weiteren 13.999 Leuten plus Dave, bei „Never let me down again” die Arme im Takt schwenkt…. Ein Feeling !!! Hammer geil !!! Grandios !!! Was für ein Gefühl !!!

Generell gefallen mir ja auch die Depeche Mode Songs aus den 80ern zumeist erheblich besser als die Songs der letzten 20 Jahre. So muss es aber auch den meisten Zuschauern in Hannover gehen, denn die wirklich alten Songs wurden deutlich lauter mitgesungen und mit stärkerem Applaus honoriert. Leider fehlten an dem Abend aber so wichtige Songs wie „Photographic“, „Just can't get enough“, „Everything Counts“, „People are people“, „Master and Servant“, „Black Celebration“, „Little 15“ und


„Strangelove“, die für mich zu den bedeutendsten Depeche Mode Songs ever gehören.

Dafür spielte bzw. sang Martin mit Unterstützung des zweiten Keyboard­ers im Anschluss von „Never let me down again”, also ca. nach 1½ Std. incl. einer weiteren einen kurzen Pause, den nicht weniger berühmten Song „A question of lust“. Der Song geht wirklich durch Mark und Bein… Gänsehaut-Feeling pur….

Und bei dem einen oder anderen Mädel sind die Beine bei dem Song sicherlich sehr sehr weich geworden J

Es folgte der erste Song, den ich jemals ganz bewusst von Depeche Mode wahr­genommen habe, das muss so 1986 gewesen sein: „Stripped”.

Da war die Stimmung auf dem Höhepunkt angekommen, meine Stimmung zumindest.

„Personal Jesus“ im Anschluss konnte das vielleicht sogar noch um einen Hauch über­bieten, doch dann der Schock Nr. 3. Die Lichter gingen an !!!

Aus vorbei…

Mittendrinne….

Schock !!!

Ich meine eine Pause einlegen an der Stelle ist ja okay, um danach unter einen riesigen Applaus wieder auf die Bühne zu kommen !

Der riesige Applaus nach „Personal Jesus“ war auch da, aber statt Depeche Mode kamen die Roadies und bauten die Bühne ab !

Da ging nicht nur bei mir die Stimmung ganz schön den Bach herab, gerade beim Höhepunkt der Veranstaltung L

- Totally downhearted L L L -

Ich hab echt mehr erwartet, viel mehr… Zumindest aber 2 Stunden Mucke bei so viel Zaster was die Karte gekostet hat. Gerne auch ne weitere halbe Stunde an Zugaben. Aber nur (?) 1¾ Stunden empfinde ich zumindest als zu kurz !!!


Na gut, das sind nicht 1 Euro pro Minute, wie anfangs ange­deutet, aber der Minutenlohn mal den 14000 Zuschauern war trotzdem nicht gerade wenig… Wobei wir noch die günstigsten Karten hatten…

Beim rausgehen wurde anschließend dem Merchandise Stand eines kurzen Blickes gewürdigt. 30,- Euro für nen einfachen T-Shirt ist echt ganz schön happig ! Von den größeren Depeche Mode Accessoires mal ganz zu schweigen.

Dafür waren wir schnell durch die Kälte am Auto und ab nach Hause.

Und wie jedes mal, wenn ich aus Hannover raus fahre, verfranse ich mich…  Über irgendwelche Kuhdörfer ging´s um Hannover drumherum, bis ich endlich die B217 gefunden habe…. Auch mit einen Navi geht´s nicht besser als die vielen Jahre davor, ohne den Navi.

Um 1 Uhr konnte ich dann endlich ins Bett fallen,

mit einen leichten summen im Ohr…

Karsten Conform

 
   
 
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