Die “ Zu - Späten “
 
Die “ Zu - Späten “
Tour 2000
Am 25.03.2000 sollte es soweit sein, die “ Zu Späten “ alias die Ärzte sollten im Bremer Schlachthof spielen. Davor war natürlich mal wieder der ganze organisatorische Kram zu klären, wie komme ich hin, wo schlafe ich usw. Und natürlich war erst zwei Tage vorher geklärt wo ich nach Bremen, also in Hamburg schlafen werde, und wie man sich dann vor den Konzerten trifft, weil ich ja noch die Tickets für die Leute hatte.
Am 25.03.2000 ging es dann ausgeschlafen nach Bremen mit der Bahn, was sich als recht entspannt erwies, aber es war ja erst der Anfang der Tour. Da der Bremer Hbf. wegen Sanierungsarbeiten einem Schlachtfeld gleicht, war es gar nicht so einfach den richtigen Ausgang zu finden, aber wir hatten Glück. Der Schlachthof sollte nicht mehr als 10 Minuten zu Fuß weg sein. Nun gut, Wegbeschreibung hatten wir, was kann noch schief gehen ? Natürlich sind wir dann auch noch den langen Weg gegan­gen, aber egal. Vor einem alten Haus turnten ein paar Skater rum, und irgendwo dahinter war der Eingang mit Menschen zugestellt...wir waren richtig. Hier wollte ich mich eigentlich mit Silke treffen, um ihr meine Karte zu geben, da sie auch sehr früh rein wollte, aber es war keine Silke da. Also erstmal Sachen im Hbf. einschließen...und wer läuft mir nach nicht mal 10 Metern Weg in die Arme ? Silke ! Kam gerade an. Glückli­cherweise konnten wir die Sachen bei einer Freundin ins Auto packen, Silke die Karte geben, und dann endlich was futtern gehen... Ich glaube in jeder Stadt fallen mir die langsamen McDonalds – Kräfte auf. Wenn ich hier an Berlin denke...
Naß kamen wir dann am Schlachthof wieder an, da der Wettergott meinte, wenn die Ärzte auf Tour sind muß es regnen, da hat er ja gar nicht mal so unrecht...ich erinnere mich da an gewisse Open – Airs der Ärzte 1998, sollte die Tradition fortgesetzt werden ? Im Schlachthof war schon dichtes Gedränge da sie die Leute zwar ins Foyer, aber noch nicht ganz rein gelas­sen haben. Nachdem es dann richtig rein ging, war ich erstmal platt. Der Schlachthof war richtig klein, und richtig schön. Relativ wenig Platz vor der Bühne, und dann alles mit schönen verwinkelten Tribünen, toll ! Ein paar Fans hatten die grandiose Idee, den Tourstart der Ärzte im Sitzen zu begrüßen. Flyer gingen um, und es wurde kräftig geworben, aber letztend­lich hat es nicht funktioniert, was größtenteils an den 1-Reihe-Groupies lag, aber vielleicht war es auch sicherer.
Um 20:10 ging es dann los, ein komischer Typ mit “ Puff Daddy for ever “ Shirt kam auf die Bühne, und laberte irgendwas von das er sich nicht traut. Laute Buh – Rufe verjagten ihn schnell, und dann kamen die Ärzte...mit dem Opener: Dauerwelle vs. Minipli ! Was für ein Kracher !
Sofort ging Party und Pogo gut los, und es war von Anfang an eine tolle Stimmung. Die Ärzte spielten auch sehr wacker für das erste Konzert. Als sie dann ein wenig einbrachen verteidigte sich Farin mit den Worten “ Wir haben eine Woche davor angefangen zu proben “. Bela fiel dazu ein, das es sich ohne Pizza schlecht proben läßt, sie also welche bestellt haben...nach kleiner Diskussion gab Farin dann zu, daß das Proben daraus bestand, daß sie sich die Instrumente angeschaut haben. Ein weiterer Höhepunkt des Abends war der Karaoke – Wettbewerb. Fans sollten sich ein Lied aussuchen und singen. Die Ärzte holten drei Leute auf die Bühne. Das Singen war recht nett, da so laut mitgesungen wurde, das man kaum Probleme hatte. Nur ein Mädchen hat zu ihrem Wunsch – Hit “ Omaboy “ nicht mehr als drei Strophen hinbekommen.
Soviel dazu. Als Preis bekam jeder ein T-Shirt. Der Hauptpreis war ein großer Stinkefinger aus Plastik für‘s Auto, a la “ Wackeldackel “. Insgesamt ging das Konzert 2:30. War toll. Die Setliste bekomme ich jetzt nicht mehr zusammen, aber es waren Kracher dabei ! Da fällt mir ein, kann mir jemand sagen was das für eine Version von “ 12xU Lest die Pravda “ war ?? Welche Sprache war das, welcher Text ??
Bremen war geil, obwohl die Fans zum Schluß etwas lahm wurden, was Beifall usw. anging, aber die Latte war hochgelegt, den Bremen war klasse!
Wo ich jetzt so schreibe fällt mir soviel ein was ich gerne erzählen würde, aber das würde den Platz bei weitem sprengen, es ist nur ein Versuch, aber ich will mich kurz halten.
Wir fuhren am nächsten Tag nach Hamburg bzw. erstmal nach Bad Oldesloe um unsere Sachen dort zu lassen, und um unseren Schlafplatz zu inspizieren. Nett, in einer Ein – Zimmer – Wohnung in Schlafsäcken pennen. Zwei Schlafsäcke auf dem Boden, und schon war das Wohnzim­mer voll.
Dann sind wir in zwei Autos auf zum Grünspan. Ich ließ mich im ersten Wagen fahren, und natürlich durften wir vorfahren, weil sich mein Fahrer ja angeblich in Hamburg besser auskannte. Das endete dann damit das wir auf einer 3 – spurigen Einbahnstraße wendeten um zu schauen wo den Wagen Nr. 2 bleibt, in dem Moment merkten wir erst das es eine Einbahn­straße ist, es kamen Autos auf uns zu, wir also nochmal gewendet und da kam auch Wagen Nr. 2.
Soviel dazu.
Der Grünspan ist ein sehr netter Club direkt in der Straße Große Freiheit. So ein bißchen dunkel. ein bißchen düster, mit viel rot... kein Gruftie – Laden, aber richtig schön. Wer das Wild at Heart in Berlin kennt, weiß was ich meine...so ungefähr. Auch hier natürlich voll, und natürlich war es eng, wie immer, aber gut zum aushalten. Die Stimmung war am Anfang sehr lau, war richtig enttäuscht von Hamburg, aber nach der Hälfte des Konzertes war es richtig geil.
Höhepunkt in Hamburg war irgendwie das Axel Schulz, der Manager der Ärzte vor der Bühne stand, und Farin wie wild die Lieder umgedichtet hat, Axel kam aus dem Lachen nicht mehr raus.
In einer Pause zwischen den Songs kam Bela zu Farin, legt ihm einen Arm um die Schulter und sang: “ Ich sage es euch jetzt mal ganz unverhohlen, er ist reicher als Dieter Bohlen “, grinst Farin an, Farin lacht und Axel...nun der ist vor Lachen fast explodiert. Es war geil !!
An besondere Songs kann ich mich jetzt nicht erinnern. Der Karaoke – Wettbewerb war unspektakulär ( diesmal war der Hauptpreis ein Satz Fußmatten für`s Auto und als Trostpreis gab es einen Sack Grillkohle ), aber alles in allem war Hamburg für mich der Knüller. Die Stimmung war toll, gerade zum Schluß des Konzertes, das Konzert war geil, die Ärzte waren gut drauf ( haben sich so oft verspielt, da war Bremen noch richtig einstudiert dagegen ! ), ja es war schön.
Nach Hamburg hatte ich zusätzlich zu meinen Halsschmerzen und zu meiner Heiserkeit einen Schnupfen vom feinsten. War also richtig reif für einen Off – Day.
Laßt euch was gesagt sein, so nett wie der Bahnhof in Bad Oldesloe auch ist, der Supermarkt im Bahnhof hat echte Schweine – Preise.
Richtig übel !!
Am Off – Day, den Montag, fuhren wir also nach Berlin, und ich versuchte meinen Körper wieder auf Vordermann zu bringen...
Am Dienstag fuhren wir dann zum SO 36 nach Berlin. Wir fanden sogar einen Parkplatz in Kreuzberg, sehr schnell sogar, bloß brauchten wir fast 10 Minuten zum einparken...Frauen !
Vor dem SO 36 war schon ein riesiges Gewusel von Leuten. Verteilte meine Karten an meine Leute, und traf sogar mehrere Freunde von mir, die für 60,-DM noch Karten bekommen hatten.
An diesem denkwürdigen Tag sollten die Zu Späten mit “ Essen auf Rädern “ zusammen spielen.
Ich hatte es zwar schon von vielen Leuten und aus sehr zuverlässigen Quellen gehört, aber glauben konnte ich es bis dahin nicht ( und selbst jetzt kommt es mir wie ein Traum vor ).
Um 19.00 Uhr sollte es dann losgehen, und wenig später trafen sie ein “ Essen auf Rädern “, die Toten Hosen. Sie bretterten gleich gut los, und die Stimmung war ebenfalls sofort richtig geil.
Es wurde gedivt, es wurde gepogt, alles fair, alles supernett. Und auch die Securitys der Hosen hatten ihren Spaß. Es war richtig toll. Unglaublich das die Combo noch so viel Energie hatte, sind sie doch erst einen Tag vor dem Konzert aus Argentinien wieder gekommen. Kurz vor dem Ende der Hosen kamen die Ärzte in neuen Bademänteln des SO 36 auf die Bühne und versuchten die Hosen von der Bühne zu zerren. Farin versuchte mit einer Säge die Boxenkabel zu durchzusägen, was ihm jedoch nicht gelang. Eine sehr spaßige Aktion. Nach 60 Minuten waren die Hosen fertig, und ich muß sagen es war geil, richtig geil, obwohl ich mit den neuen Songs auch live nix anfangen kann, aber nun den.
Um 20.30 Uhr fingen dann die Ärzte an, und auch hier war die Stimmung weiterhin super. Ein richtig geile Party. Höhepunkt des Abends war für mich als die Ärzte “ Bullenschweine “ von Slime spielten ( die zensierte Version ). Mann, da war ich baff !
Ein kleines Berlin – Special sozusagen. Der Karaoke – Wettbewerb war diesmal auch absolut super. Farin wollte sogar das Mädel heiraten, aber ich glaube da hätte Felse mehr Chancen gehabt. Die gute Frau hatte
“ Geschwisterliebe “ so dermaßen geil umgedichtet, klasse !!
Zum Ende der Show wurden die Fans insgesamt langsam müde, was man aber bei einer Stunde Hosen und 2 ½ Stunden Ärzte durchaus verstehen kann.
Nach dem Konzert war ich auch völlig fertig. Haben uns erstmal ein wenig erholt, und sind dann noch geblieben um uns Autogramme der Ärzte zu holen. Komischerweise war es vor dem SO 36 recht leer, normalerweise ist es in Berlin immer am schlimmsten. Danach sind wir dann nach Hause und völlig fertig ins Bett gefallen.
Campino, Felse und ein paar Fans die noch Lust und Zeit hatten haben im Enzian dann noch bis früh in den morgen gefeiert ( es soll wohl so 05.00 Uhr – 06.00 Uhr geworden sein ).
dieses war der erste Streich und der zweite folgt sogleich (in 6 Monaten genau, wenn die No. IV des Verbotene Früchte erscheint)
FRANK
 
   
 
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