Mera Luna - Hildesheim 09. 10.08.2008
 
Mera Luna - Hildesheim 09. + 10.08.2008
 
Nachdem im letzten Jahr die Bandauswahl auf dem Mera Luna, meiner Meinung nach, recht dürftig war, boten die Veranstalter dieses Jahr wieder ein hochgradiges Line-up auf ! Während vorletztes Jahr die Gothic Rock Musiklegende Bauhaus den Headliner darstellte, war es im diesen Jahr ebenfalls eine alt ehrwürdige Band, die eigentlich schon zu Grabe getragen wurde und trotzdem alljährlich mal in den Schlagzeilen der Underground Magazine zu finden ist, die Rede ist von Fields of the Nephilim.
Neben den Fields spielten in diesem Jahr im Allgemeinen viele ältere Bands auf dem Mera Luna. Teilweise war man auch hin und her gerissen, sehe ich mir nun New Model Army komplett an oder DAF oder von DAF nur ein bisschen, dafür aber Fields ganz ? Fragen über Fragen J
Am Samstag stellte sich diese Frage allerdings kaum, da mich bis auf Moonspell höchstens noch Paradise Lost im Hangar interessierte und auf Paradise Lost kann ich zugunsten von Front 242 auch gerne verzichten. Ebenso auf Mesh, die mich vorletztes Jahr schon auf dem Mera Luna nicht wirklich begeistern konnten. So kam ich erst zur nächsten Band vor die Main Stage. Tanzwut riefen mal wieder zu tanzen auf und das schwarze Volk nahm es dankbar an. Zu der unterhaltsamen Bühnenshow von Tanzwut gehören ja nicht nur die Dudelsäcke, Schalmeis (mittelalterliche Flöten) und Trummscheids (die Dinger kann ich überhaupt nicht beschreiben), die die sieben Berliner bei Ihrer zweiten Band Corvux Corax benutzen, sondern auch neuzeitlichen Musikinstrumente wie Schlagzeug, Bass, Gitarre und Keyboard und mit diesem Sound waren sie der erste Highlight des Festivals und es wurde richtig voll vor der Bühne. Leider spielen Tanzwut nur 45 Minuten und die Zeit verging wie im Fluge. Aber es war ein super geiler Gig, nur halt viel zu kurz. Ich hoffe mal, die Fotos können die supergeile Stimmung rüberbringen !
Nach einer sehr schnellen Umbaupause von nur 15 Minuten, ging es auch schon mit Unheilig auf der Main Stage weiter. Bis dato kannte ich Unheilig nur von CD und war entsprechend gespannt, wie sie ihre Mischung aus elektronischen Sound und Rockmusik bzw. Neue Deutsche Härte, wie die Spielart ja heutzutage so schön heißt, Live auf die Bühne bringen ! Eigentlich  besteht die Band nur aus dem Sänger „Der Graf“. Der Gitarrist und auch der Keyboarder hielten sich während des knapp einstündigen Gigs dezent zurück, dafür brachen beim „Grafen“ alle Dämme und er sprang von einer Bühnenseite zur anderen. Ein wahres Energiebündel mit positiven Ausstrahlung und so zog er auch das Publikum sehr schnell in seinen Bann. „Der Graf“ spielte geradezu mit den Mera Luna Besuchern und bedankte sich höflichst nach jedem Song. Einfach nur ein netter Kerl, Schwiegermutter´s Liebling quasi. Aber auch musikalisch passte einfach alles, für mich war Unheilig die Live-Entdeckung des Mera Luna Festivals.
Im Anschluss kam ASP auf die Hauptbühne, die ja auch ins Genre Neue Deutsche Härte fallen. Vor zwei Jahren war ASP noch auf der kleineren Bühne im Hangar und dort hat mir die Band nicht gefallen. Wenn ich mich recht erinnere, hörte sich die Stimme vom Sänger „Asp“ einfach nur scheiße an. ASP war für mich seit dem der Inbegriff einer Studioband, auf CD = Top, Live = Flop und das alleine durch den Gesang, oder wie man das Getriller von „Asp“ auch immer nennen möchte. Dieses Jahr war ASP also ab 19.30 Uhr auf der Hauptbühne zu sehen und ich muss schon sagen, „Asp“ ist gesangstechnisch in den 2 Jahren nicht ein hauch besser geworden, es war einfach nur sch…. Da kann auch eine ganz nette Show nichts dran ändern und so habe ich mir ASP keine halbe Stunde lang angesehen. Stattdessen zog es mich auf die St®andpromenade des Festivals.
Für Moonspell waren wir dann frühzeitig im Hangar, um uns einen guten Platz zu sichern. Ich war ja ein bisschen skeptisch, was die portugiesische Gothic-Metal Band so drauf hat. Mitte der 90er fand ich sie ziemlich geil, aber seit dem hatte ich nichts mehr von Moonspell gehört. Naja, wenn die nix mehr draufhaben, kann ich ja nach ´ner ½ Stunde wieder zur Main Stage und mir dort VNV Nation ansehen, so war zumindest mein Plan. Dazu sollte es aber nicht kommen, da Moonspell mich tatsächlich fesseln konnte. Ihr melodischer Gothic-Metal war dermaßen geil… Ich war wirklich total begeistert und auch sehr schnell überzeugt, dass ich mir deren ganze Show ansehe. Selbst wenn ich jetzt noch daran denke, es war einfach nur Power ! Was für ein hammergeiler Sound ! Und dazu noch etwas Posing, gute Lichteffekte und alles verdammt gut abgestimmt…. *Schwärm* Sogar im Duett mit einem Mädel, keine Ahnung wer das war, konnte der Sänger von Moonspell überzeugen. Mittlerweile waren Jana und Ela zu Main Stage, aber mich konnte dieser Sound einfach nicht los lassen und diese 60 Minuten habe ich wirklich genossen !
Danach ging es dann ebenfalls vor die Hauptbühne, auf der VNV Nation leider schon mitten im Set war. VNV Nation und Apoptygma Berzerk, die am Sonntag auftreten sollten, sind sicherlich die bekanntesten Bands des Future-Pops und ich hätte mir beide so gerne komplett angesehen, aber es sollte ja nun nicht so sein. Vor der Main Stage war es auch so voll, das ich mir den Gig von VNV Nation nur von sehr weit außen ansehen konnte. Aber so schlimm war es nun auch wieder nicht, denn die Bühnenshow vom etwas fülligen Sänger Ronan Harris und seiner Band war nichts besonderes, zumindest habe ich das von so weit außen so wahrgenommen. Dafür war der Sound inklusive dem Gesang ein absolutes Meisterstück. Man wurde richtig high, von der melodischen VNV Nation Klangwelt. Und so war die Atmosphäre beim Gig einfach nur geil geil geil... Die Zeit verging dabei viel zu schnell und nach ´ner ¾ Stunde war leider auch schon Schluss.
Als letzte Band des ersten Festivalabends betraten dann die Schöpfer des EBMs, der Electronic Body Music Front 242 die Hauptbühne. Ende der 80er habe ich das Front 242 Album „Front by Front“ dermaßen abgefeiert und zu deren Electronic Body Music abgetanzt, wie ein Weltmeister… Ja damals im Hunky Dory und im PC69… Als man noch jung war J Danach kam noch Anfang der 90er die Platten „Tyranny (For You)“, „06:21:03:11 Up Evil“ und „05:22:09:12 Off“ heraus, die allerdings nicht mehr die Klasse besaßen und danach habe ich nichts mehr von der EBM-Legende gehört. Deswegen freute ich mich natürlich um so mehr, Front 242 endlich mal Live zu sehen ! Bis zur 6 Reihe konnte ich mich vorarbeiten, mehr war nicht drinne. Und nachdem die Bühne mit Rauch eingedeckt war, betraten die Belgier im schwarzen Lack- und Lederoutfit die Bühne. Die Show von Front 242 war während des ganzen Gigs auf die Sekunde genau abgestimmt zum rasenden EBM-Beat und Ihren Texten. Und der Sound war dermaßen satt, den dürfte man noch in der Hildesheimer Innenstadt gehört haben…. C Allerdings musste ich auch feststellen, das ich wirklich nur 1-1½ Händevoll der Songs kannte, aber ich glaube das ging vielen so, weil besonders bei den Klassikern von Front 242 “Headhunter" und "Never Stop“ der Boden regelrecht erbebte ! Und zum ersten mal an dem Samstag wurde vor der Bühne gepogt, gemäß der Band auch recht kraftvoll, das war nichts für Warmduscher. Ein Geisterfahrerüberholer musste man(n) mindestens sein, um im Pit mitzumischen…. Nach knapp über ´ner Stunde bzw. kurz vor Mitternacht, war dann leider der Gig von Front 242 zu Ende und die Bands am Sonntag sollten es schwer haben, diesen Samstag übertrumpfen zu können.
Der zweite Festivaltag sollte für mich eigentlich mit der vierten Band auf der Hauptbühne um 13.10Uhr beginnen…. Aber der Sonntagmorgen war so verregnet, da bin ich für den Auftritt von Blitzkid einfach nicht entsprechend fit für geworden und hab sie sausen gelassen, leider….  Das gleiche Schicksal traf dann auch Agonoize und Combichrist, aber Blitzkid nicht zu sehen empfand ich als deutlich schlimmer.
So war meine norwegische Lieblingsband meiner erster Liveakt am Sonntag. Nein, ich meine nicht A-HA… tz tz tz… Ich rede von Apoptygma Berzerk, die auch schon vor 2 Jahren das Publikum von der Main Stage aus zum abfeiern brachten. Und das war dieses Jahr nicht anders. Mittlerweile hatte sich auch das Wetter gebessert und bis auf ein paar Pfützen war nichts mehr vom großen Mittagsregen übrig geblieben. Das war sicherlich auch ein Grund, warum das Publikum super drauf war und lauthals jeden Song mitsang. Die Songs von Apoptygma Berzerk haben aber auch alle so ein Hitcharakter, da fällt das mitsingen und abfeiern ziemlich einfach. Apropos feiern, Sänger Stephan Leonard Groth feierte an diesem Tag seinen 37sten Geburtstag und wurde mit einer Geburtstagstorte auf der Bühne überrascht J und es herrschte überall eine wahre Partylaune. Allerdings wurden auch 1-2 Evergreens ausgelassen, da Apoptygma Berzerk nur eine Spielzeit von 60 Minuten hatte. Viel zu wenig für die vier Norweger, aber sie ließen es sich nicht nehmen, mit dem Publikum zu spielen, z.B. bei ihrem Hit “Non-Stop Violence“, bei dem es dann im Refrain ein „Non-Stop Violence“ aus 22.000 Kehlen ertönte. Einfach geil und leider viel zu früh zu Ende…
Um kurz nach 7 betraten dann Justin Sullivan und seine Jungs die Bühne. Der New Model Army Sänger hat mittlerweile auch die 50 überschritten und man muss einfach anerkennen, man sieht es ihm nicht an ! Respekt ! Und wie er dann auf der Bühne am toben war, Respekt² ! Die ersten Reihen waren dann auch entsprechend mit Army Fans besetzt, die jeden Song in und auswendig kannten und auf den Schultern weiterer Army Fans heftigst mit den Armen wedelten oder zu mehreren eine senkrechte wall entstehen ließen, zum Leidtragen der hinter ihnen stehenden. Die ganzen alten New Model Army Songs aus den 80ern, kenne ich ja auch noch größtenteils, auch noch den einen oder anderen Song der frühen 90er, aber dann ist es vorbei mit meinen aber Wissen bzgl. der englischen Folk-Punkband. Da aber viele alte Songs gespielt wurden, war ich voll in meinem Element, auch wenn ich mich nicht in die kleine Pogomeute reinwarf. Auch die Regentopfen die nun hin und wieder auf die 23.000 Zuschauer niederprasselten, konnten die gute Stimmung nicht dämpfen. Alles in allen Klasse, wenn da nicht ein Song in dem 60 minütigen im Set gefehlt hätte, auf den sicherlich alle gewartet hatten. Der New Model Army Song schlechthin “51st State“ L Das tat natürlich etwas weh, den Klassiker nicht zu hören, aber es hätte schlimmer kommen können, in dem New Model Army nur neue Songs gespielt hätten, von denen ich nicht einen kenne
Zeitgleich mit dem Abschluss von New Model Army sollte DAF im Hangar ihren Gig beginnen. Aber die Idee zackig von der Main Stage zum Hangar zu walken hatten auch tausend andere Festivalbesucher und so war der Hangar schon proppevoll als ich ankam. DAF war natürlich schon am spielen und es bestand kaum eine Chance sich aus der letzten Reihe weiter nach vorne zu drängeln. Also blieb ich nur kurze 10 Minuten bei DAF um danach wieder zur Main Stage zu wandern. Auch wenn ich DAF wirklich sehr gerne gesehen hätte, aber so weit hinten ist doch zum kotzen. Soundtechnisch war es auch nur so gerade okay, aber das lag sicherlich am Standort, denn vorne vor der Bühne feierten hunderte DAF ziemlich geil ab. Allerdings war die Bühne für 2 Personen, wovon auch noch einer hinter der Schießbude saß, ziemlich groß. Während Robert Görl sich am Schlagzeug ausließ durfte Gabriel „Gabi“ Delgado-López die Zuschauer animieren und das hat Gabi zumindest für die ersten Reihen, sehr gut hinbekommen. Und nun rüber zur Main Stage…..
Mit einer leichten Verspätung kam es dann zum Festivalhighlight des Mera Luna 2008. Die 4 Musiker von Fields of the Nephilim kamen mit extrem viel Nebel, wie auch nicht anders zu erwarten, auf die Bühne und in ihrem Soundgewitter kam dann auch Sänger Carl McCoy aus dem tiefsten Nebel langsam auf die Stage. Das ganze Endzeitszenario, was ja nun Fields of the Nephilim umgibt, war dann in den folgenden 70 Minuten im Publikum zu spüren, ja geradezu greifbar! Es war unbeschreiblich und ich finde gar keinen passenden Ausdruck dafür. Hammergeil der Gothic-Rock-Metal-Sound und die ausgeprägte Stimme von Carl McCoy. Ich mache heute noch, fast 2 Monate nach dem Festival, drei Kreuze das ich dabei gewesen bin ! Vielleicht können ja die Fotos auf der Früchte – Homepage diese einmalige Stimmung wiedergeben. Schaut sie Euch an: www.verbotenefruechte.de.tl.
Leider gingen diese 70 Minuten viel zu schnell vorbei, wie es immer so ist, wenn einem etwas Gutes widerfährt. Ach nicht nur diese 70 Minuten, eigentlich alles, das ganze Mera Luna Festival bis auf den Regen *fg*
Danach hieß es schnellstens zum Auto zu kommen bzw. ins Bett zu fallen, da ich am nächsten Tag um 8Uhr schon die erste Besprechung hatte. Mein Auto hatte ich auch überraschend schnell in der Dunkelheit gefunden und ich war auch ruckzuck vom Hildesheimer Flughafen Gelände runter, bis zu der Bullenkontrolle die gleich hinter der Zufahrtsstraße zu dem Gelände war. Bingo ! Papiere, Alkohol, Verbandskasten und die allgemeinen Fragen halt und das in einem Ton… Das übliche also…. Aber dann waren sie auf einmal scheißen freundlich, als sie meinen Arminia-Schal im Auto entdeckt hatten und sie sagten mir sogar die Pokalspielergebnisse incl. dem üblichen Bayern Dusel….
Trotz diesen Zweifelhaften Ende des Tages, das restliche Wochenende war einfach nur geil und ich freue mich schon auf das nächste Jahr, wenn es wieder heißt “Hildesheim in schwarz“ *fg*
Karsten Conform
 
 
 
 
   
 
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