grubby things
 

Grubby Things

 

Am 12.07.2001 hatte ich die Ehre mit Grubby Things ein Interview zu führen. Ich wurde in den sehr gemütlichen Proberaum im Prenzlauer Berg geladen, und wir machten es uns bei Bier und Cola in Sesseln gemütlich. Grubby Things sind im einzelnen:

Sid Decay ( oder Elvan )       Vocals

Bruno                                     Gitarre

Badboy Julian                       Bass

Daniel                                    Drums

Verbotene Früchte ( VF ): Wie hat sich Grubby Things gegründet ? Habt Ihr davor in anderen Bands gespielt ?

Daniel: Also Bruno unser Gitarist der hat bei “ Tassie Devils “ und “ Staatsfeindliche Hetze “...und da spielst du immer noch, also da spielt er auch noch Gitarre da. Ach siehste und dann Julian, Julian spielt auch noch bei ´ner anderen Band. Der hat sich die Haare geschnitten, oder schneiden lassen. Der macht heute auf Streetpunk. Ich habe bei den Ex-Perten gespielt und Elvan, die Sängerin, die hat vorher noch nix gemacht, wa ?

Elvan:  Nein, also ein paar Mal kam da was zustande irgendwie, aber es hat sich nie so richtig ergeben...also, ein, zwei Proben mal und dann war´s auch irgendwie gegessen. Mehr war da nicht.

Daniel: Gegründet, oder gefunden haben wir uns halt über´ne Anzeige...

Elvan:  Zum Teil...zur Hälfte eigentlich genau...

Daniel: Bruno...

Elvan:  Dich ( zeigt auf Daniel )

Bruno: ( Am Anfang unverständlich )...mit Julian habe ich damals noch in´ner Band gespielt.

Elvan: “ Tassie Devils “

Bruno: Genau.

Elvan:  Ick hatte damals´ne Anzeige gestartet, und da habe ick Bruno dann...als Erster sozusagen...sich als Erster sozusagen gemeldet hatte. Dadurch kam dat eigentlich dann so zustande.

In dem Moment gesellt sich Julian zu uns...

...und es kam aber erst ein paar Monate später zu dieser Formation.

Daniel: Also auch über´ne Anzeige.

VF:      Die zweite dann, oder ? Über zwei Anzeigen...?

Daniel: Über zwei...also Elvan hatte erstmal´ne Band gesucht...

Elvan:  Ja, genau...

Daniel: ...und Bruno kannte halt Julian. Da sie beide in einer Band gespielt haben, und dann haben sie nochmal´ne Anzeige aufgegeben, und da habe ich mich dann gemeldet, und dann haben wir uns getroffen, und es hat halt ziemlich von Anfang an gut geklappt. Es hat alles gestimmt, eigentlich, wa ?

Elvan:  Es war halt´n Glücksgriff gewesen.

VF:      Nochmal kurz zu dir Daniel, die Ex-Perten, warum haben die sich aufgelöst und wann ?

Daniel: Zur gleichen Zeit wo wir uns gegründet haben, haben sich die Ex-Perten aufgelöst. Also Anfang 2000.

VF:      Wie würdet Ihr eure Musik selber bezeichnen ?

Daniel: Wir machen also so ´77 – Punkrock. Was man so dazu sagt...so´ne Oldschool – Richtung. Also ich denke mal, so auch Rock´n´Roll – lastig... Ja, so würde ich es beschreiben, also Rock´n´Roll – lastige Punkmusik.

Elvan:  Also nicht so, dass ich so krass mit Elementen von Metal und...( unverständlich )...gespickt...( wieder wird es unverständlich )... Heute haben sich die meisten...teilweise Kiddies, oder so...halt die 17 – 18 jährigen, die        wir da irgendwie auch manchmal

Elvan:  Das lag daran...na ja ick meine jedenfalls “ Forgot­ten Rebells “ was die eben anbelangt, oder “ Mansons “... das lag daran, dass wir....( unverständ­lich )...im Wild at Heart also Bruno vor allen Dingen steht da sehr doll mit der Lea, der Besitzerin vom Wild at Heart, sehr gut in Kontakt. Und wenn...weiß ick...mal so´n Gig anfällt mit ´77er Punkrock – Mucke, dann wagen wir dit auch immer mal wieder...na, dass wir als Vorband spielen. Bei APC ist´s wiederum...liegt daran das Daniel mit dem...

Daniel: Früher mal bei den Ex-Perten gespielt hat. Da zufällig den Gitarristen von APC kennt...

Elvan:  Ja...und dadurch also, und der leitet auch diese Skorbut Booking – Agentur, und besorgt uns halt auch hin und wieder Gigs. Wo wir dann eventuell im Herbst dann vielleicht...gibt´s auch noch mal ein Gig mit´ner ´77 Punkrock – Band. Wobei es noch nicht ganz 100 % sicher ist, weil die erst mal noch ihre neue Scheibe rausbringen wollen.

VF:      Hattet Ihr schon ganz eigene Auftritte außerhalb von Berlins ? Wo nur Ihr gespielt...oder Ihr als Hauptact gespielt habt ?

Elvan:  Ja, in Zöblitz z.B.

VF:      Wo ist das den ?

Elvan:  Zwei Stunden Autofahrt von Dresden.

VF:      Da ist doch die Tschechei.

Daniel: Ja genau.

VF:      Da ist ja nicht mehr viel...

Daniel: Das ist gleich da auf der Ecke Tschechien.

Julian: Da lag noch Schnee.

Elvan:  Ja, da hat´s geschneit, ja.

Julian: Das war´n komisches Ding.

Daniel: Zöblitz ist im Erzgebirge.

Julian: Dieses Riesenhaus da...

Daniel: ...und das stand mitten auf der Straße.

VF:      Auf der Straße ?

Julian: Echt professionell.

Daniel: Also...biste lang fahren, wa. Die Straße hat da echt so´ne Kurve gemacht. Echt !! Nur Landstraße gefah­ren,             nachts irgendwie, dunkel, Schnee...fährst, fährst, fährst.... und plötzlich ´n Haus mitten auf der Straße.

Elvan:  Aber...wobei...die Jungs aus Dresden die hatten ja unterwegs noch mal ´ne Pinkelpause eingelegt, weil sie nicht mehr konnten irgendwie. Naja, wer immer ´n Kasten Bier mit im Auto hat, und dann säuft, dann ist es kein Wunder.

VF:      Wie sind die Auftritte auswärts, verglichen mit Berlin ?

Elvan:  Ich sage mal so, die Leute feiern einfach mehr, weil...ich sage mal so, so leid ´s mir tut für Berlin, aber...sehr übersättigt, und außerhalb halt eben, da wissen die Leute einfach wie man feiert, weil ´s da einfach seltener is. Hier kannste am Wochenende, weiß ick... entweder zum Hip Hop – Konzert gehen, zum Punk – Konzert, oder meinetwegen in die Disco gehen. Drüben in Dresden oder so ist es z.B. nicht der Fall. Die freuen sich dann regelrecht, wenn mal wieder ein Konzert stattfindet.

VF:      Gab es da mal Probleme mit Faschos, in manchen Ecken ?

Elvan:  Bis jetzt überhaupt keine !

Daniel: Ich glaube auch nicht, dass das unser Publikum ist, in dem Sinne. Probleme hatten wir eigentlich nicht. Also...ich sehe das so...die Szenen die trennen sich schon....

Julian: Die trennen sich völlig. Also das sind ja autonome Zentren wo wir spielen. Also beispielsweise in diesem einen Ort wo wahrscheinlich 90 % der Jugendlichen Faschos sind, da haben die 10 %...

Elvan:  Zittau

Julian: Zittau da irgendwie, da haben die 10 % gefeiert.

Bruno: Aber in Zittau, das erste Mal war schon recht krass.

Daniel: Dieses Straßenfest.

Bruno: Ja, die wurden dann von der Polizei her geschützt und so. Da hingen eigentlich nur jede Menge so komische Skinheads rum. Also das war schon ´n bischen komisch.

Julian: Habe ich gar nicht mitgekriegt.

Daniel: Das erste Mal wo wir in Zittau waren, war ´n Straßenfest für die ganze Stadt. Da hatten ´se halt draußen Bühnen aufgebaut und so weiter. Und da hatten die Bullen natürlich die ganzen Straßen abgesperrt gehabt, und haben auch dieses Zentrum, also wo wir da gespielt haben. “ Emil “ hieß das, extra abgesperrt und halt auch geschützt. Wir haben letztens mit APC da gespielt, und da war eigentlich nix.

Julian: Aber es hat ja auch noch ´ne Vorgeschichte, mit dem CSD...

Daniel: Ja...ja,ja

Julian: Letztes Jahr wurde das verlegt, und dieses komische Zentrum wurde da überfallen, wa ?

Daniel: Ja, genau.

Julian: Genau. Davor wurde das überfallen, aber ich glaube woanders...keine Ahnung. Irgendwie deswegen.

Daniel: Solche Erlebnisse das wir überfallen wurden hatten wir nicht.

VF:      Das ist ja gut so.

VF:      Wie würdet Ihr so die Punkszene in Berlin mit anderen Orten wo Ihr wart vergleichen ? Hat sich da was geändert in den letzten Jahren ?

Daniel: Ich denke mal das es in Berlin halt ganz viele Punkszenen gibt...viele verschiedene Gruppen...

Elvan:  Das hat sich ja auch damals ziemlich abgesplittet, mit den Punks. Sage ich mal so. Teilweise die Asseln die du am Ku´damm da triffst, dann teilweise die ( wird unverständlich )...immer unterschiedliche, sage ich mal so...( wird unverständlich )...

Julian: Im Osten oder ?

Elvan:  In Dresden vor allem.

Julian: Ja, da sind die schon gestylter als im Wild at Heart

Bruno: Da sind die gestylter in Dresden ?

Julian: Ja, auf jeden Fall ! Die haben doch alle bunte Haare gehabt. Irokesen habe ich selten gesehen.

Bruno: Auf jeden Fall kennt da jeder jeden, und so. Das ist irgendwie anders als Berlin. Ja, du hast Recht, in Berlin splittet sich das voll auf. So Wild at Heart bestimmte Leute, dann Köpi....da gehen auch nur bestimmte Leute hin, und da in Dresden ist doch alles so...weißte, jeder kennt jeden und so, ist irgendwie cooler, fand ich immer. Hat mir auch gut gefallen da, eigentlich.

Elvan:  Ist vor allem auch so, das die in Dresden...in der Nähe davon liegt ja auch Torgau, da z.B. ist es auch so, die ´77er Punkrockszene da noch...( unverständlich )...wir haben da auch richtig dicke Freunde und so, und... dit is schon ganz o.k.

VF:      Wie sind eure Zukunftspläne ? So musik– & bandmäßig ?

Daniel: Ja, ich denke das wir jetzt erst mal so...versuchen wieder ein paar Gigs zu machen, im Herbst. Ja, und dann werden wir wieder sehen was wird. Musik aufnehmen, und vielleicht mal´n Album machen, oder...irgendwas auf Vinyl rausbringen...

Bruno: Ja,´ne Single wäre mein Ziel.

Daniel: Dazu müssen wir uns aber erst mal selbst ein bischen was ausdenken, und ich denke mal hauptsächlich wird jetzt erst mal spielen angesagt sein.

VF:      In Berlin, oder auswärts ?

Daniel: Wo wir was kriegen...also auch auswärts, ja klar.

VF:      Ihr habt ja jetzt schon zwei CDs veröffentlicht...?

Elvan:  Eine Demo, und...

Daniel: Ja, also zwei. Also die zweite die kommt jetzt.

VF:      Wie war da der Erfolg ? Die ist ja in Eigenproduk­tion entstanden, soweit ich weiß.

Daniel: Naja, von Erfolg würde ich da nicht reden.

- Allgemeines Gelächter -

Daniel: Ich denke mal sie ist ganz gut angekommen. Wir haben ein paar ganz gute Kritiken gekriegt darauf, und .... müssen weitersehen... Ich meine wir sind ja nicht irgendwie großartig bekannt und groß Platten kaufen die Leute halt auch nicht. Ich glaube auch nicht das es so wichtig ist im Moment groß zu verkaufen. Für uns ist es erst mal wichtig halt ein bischen bekannt zu werden, ein bischen was zu machen... Leute sollen zu den Konzerten kommen, sich das anschauen, oder so was...und...

VF:      Wie viel Leute kommen da immer so ?

Daniel: Das ist unterschiedlich. Ich würde mal sagen 50 – 60 Leute im Schnitt, also wenn es gut läuft, oder so was. Ja, wir haben einmal im Zosch gespielt, wa, vor 10 Leuten.

Bruno: Ja, aber dit war auch unser erstes richtiges Konzert, glaube ich, und so. Und sofern haben wir...habe ich mit anderen Bands wenig schlechtere Erfahrungen gemacht. Wir haben dann oft, also oft alleine, wochentags oder so´ne Dinger machen wir ja nun nicht. Wenn irgendwie am Wochenende mit anderen Bands oder so.

Daniel: Wir sehen auch zu, das wir hauptsächlich als Support für andere Bands mitspielen können, oder so was, die halt schon bekannter sind. Wo man ein bischen mehr Publikum findet. Also...ich denke für uns alleine werden dann nicht so viele Leute zu Konzerten gehen. Also, wie gesagt, weil der Bekanntheitsgrad noch nicht da ist, oder so. Darum denken wenn wir jetzt auch wieder ein bischen mehr spielen... Wir sind dabei, für Herbst, so ab Septem­ber Sachen zu machen, aber fest steht jetzt noch nix.

 

Nach diesem Interview durfte ich noch im Proberaum bleiben, lecker Bier trinken, und mir das komplette Set von Grubby Things anhören. Hat mir sehr viel Spaß gemacht mit euch. Danke für alles, und auf bald.

 
   
 
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