cd reviews 20.3
 

 ERBEN DES ZORNS –
zweitens: krieg
(STF-Records, Weberstedter Str. 4-6, 99947Mülverstedt, www.stf-records.de, www.erbendeszorns.de)
Vögelgezwitscher - im Hintergrund wird eine Katastrophenschutz - Alarmsirene immer lauter – die Bombe fällt und explodiert… Double-Bass Einsatz mit heftigen Gitarrengeschrammel……
Na das nenne ich mal eine anregende Gefechtseröffnung !!! Denn das zweite Album der Kieler Streitmacht ERBEN DES ZORNS ist tatsächlich ein (musikalischer) Krieg. Da passt der Albumname wirklich wie die Faust auf´s Auge. Aber spielen die ERBEN DES ZORNS nun Trash-Metal – Groove-Metal – Death-Metal – Power-Metal oder doch Hardcore ? Ich weiß es nicht, aber das Album riecht stark nach dem Schweiß von Max Cavalera (SOULFLY & SEPULTURA), den letzten Bier von Dimebag Darrell (R.I.P. PANTERA) und dem Lederarmband von Robb Flynn (MACHINE HEAD). In dem (und für das) Album fließt jede Menge Blut, das spürt man geradezu. Diese 45 Minuten wecken sogar die ¾-Toten auf (!) da es nach dem Intro keine friedliche Minute mehr gibt. Gefällt mir (Daumen nach oben).    
Einzig das growlen vom Sänger Sven F. gefällt mir nicht. Dieses tiefe grunzen von ihm erinnert mich an Chris Barnes (CANNIBAL CORPSE & SIX FEET UNDER). Und so verstehe ich die Hälfte der deutschsprachigen Texte nicht . Gut das die Texte, die allesamt vom Krieg, Tod und Anarchie handeln, im recht einfach gehaltenen Booklet abgedruckt sind. Mit dem Song „Mutterschänder“ stehe ich allerdings etwas auf Kriegsfuß…  
8 Points
Karsten Conform

KAPELLE VORWÄRTS –
solidaarisuus
(Mad Butcher Rec., Kurze
Geismarstr.6, 37073 Göttingen,
www.kapellevorwaerts.de)
KAPELLE VORWÄRTS hat eigentlich alles richtig gemacht und trotzdem fehlt mir irgendetwas.
Aber ich fange mal von vorne an.
Die 10 neuen Songs auf dem zweiten Album der Bielefelder Band KAPELLE VORWÄRTS beruhen grundsätzlich auf einen guten Punkrocksound, der auch mal in die Skagefilden, inklusive Bläsern abdriftet oder wie gleich beim ersten Song „Es gibt Träume“ mit einer Geige untermalt wird, die vom wohl bekanntesten Straßenmusikant der Republik Klaus, der Geiger gespielt wird, der beim Song auch mitsingt. Es sind überhaupt sehr viele Musikerkollegen auf „Solidaarisuus“ zu hören, z.B. Sigi Maron, Attila the Stockbroker und David von den ARGIES, der beim zweiten Song „El Pueblo unido“ den spanischsprachigen zweiten Teil des Songs sing. Die Gastmusiker geben sich auf dem Album während der 32 Minuten in die Klinke in die Hand. Bei fast jedem Song ist ein befreundeter Musiker dabei. Find ich gut und auch passend zu den Protest- und Widerstandsliedern von KAPELLE VORWÄRTS.
Allerdings kann ich nicht mit allen Texten etwas anfangen, wie z.B. beim Coversong von Bertholt Brechts Lied von der „Unzulänglichkeit“ des menschlichen Strebens, mit den Zeilen: „Der Mensch ist gar nicht gut, drum hau ihn auf den Hut, hast du ihn auf den Hut gehaut, dann wird er vielleicht gut“. Ich finde den Text banal, aber er ist von Brecht… Aber selbst wenn der Text von James Hetfield wäre, ich finde ihn flach. Wenn Brecht, dann das „Einheitsfrontlied“ (und weil der Mensch ein Mensch ist… ), der Text hat zumindest Sinn und Verstand !
Das KAPELLE VORWÄRTS aber auch gute Coversongs machen können, zeigen sie im Song „Sacco und Vanzetti“ (im Original von Joan Baez und Ennio Morricone) bei dem es um zwei ausgewanderte Italiener geht, die einen politisch motivierten Justizmord in den USA 1927 zum Opfer fallen. Passend dazu, werden die Bielefelder gesanglich vom Italiener Filippo Andreani unterstützt, der in Italien wohl recht bekannt ist, ich hab allerdings noch nie etwas von ihm gehört.
So weit so gut. Leider fehlt mir ja etwas in den Songs, wie Anfangs erwähnt. Allerdings fehlen mir die Argumente dafür. Ich weiß einfach nicht, warum mir das Album keine volle Punktzahl wert ist, mal von dem B. Brecht Coversong abgesehen. Ich finde nur kleine Indizien dafür, z.B. das mir das Gesang von Klaus und Mary nicht soooo gut gefällt und das Charles (der spielt ja auch Schlagzeug bei ZZZ HACKER) nur sein uffa-uffa auf seiner Schießbude spielen kann. Und das mir in den Songs so ein bisschen Leiderschaft fehlt. Aber das sind halt alles subjektive Eindrücke und Kleinigkeiten, davon aber gleich mehrere. Deswegen kann ich nur
7 Puntos geben…..
Karsten Conform

NOFX – self entitled
(Fat Wreck Chords)
Zu  NOFX muss ich doch keine Worte verlieren oder ? Mit „Self Entitled“ bringen die Kalifornier um Fat Mike ihr….. ja das wievielte Album ist das eigentlich Während NOFX in den End80ern und 90ern nahezu jährlich ein Album raus brachten, erscheint seit dem 97er Album „So long and thanks for all the shoes“ kontinuierlich alle 3 Jahre ein neues Album. So muss „Self Entitled“ das 12te Album sein. Und die Jungs haben sich auch diesmal musikalisch nicht verändert, warum auch ? Solange die Skate-Fun-Punk Songs so mitreißend sind, gibt es keinen Grund etwas zu ändern. Und so geht auch gleich der erste Song „72 Hookers“ ins Bein und man wippt sogar am Schreibtisch mit. Im Auto ist es noch viel schlimmer… Und dann dieser Text, statt mit 72 Jungfrauen einen Krieg zu stoppen, man(n) es doch besser mit 100.000 blasefreudigen Nutten versuchen… Oder lieber gleich mit Göttinnen, wie es in einer Strophe des zweiten Songs „ I believe in goddess“ heißt ! Mit den dritten Song „Ronnie & Mags“ geht´s zurück in den Anfangszeiten von NOFX ins Jahr 1984, als Ronnie (Ronald Reagan) und Maggie (Margaret Thatcher) noch ohne Gegendemos Krieg spielen durften. Es folgt eine 180Grad Wende mit „She didn´t lose her Baby“, mit einen echt starken Text über die Muttergefühle im Zeitraum der Niederkunft.
Recht abwechslungsreich zieht sich so das Album über die 30 Minuten Spielzeit, wobei mich der vorletzte Song noch einmal ganz besonders angetan hat. In „I´ve got one jealous again, again“ werden so viele Bandnamen (und Albentitel) in Sätzen verpackt aufgezählt, da muss ich schon fett applaudieren. Wobei ich mir sicher bin, das ich mit BLACK FLAG (Jealous Again, Damage), MISFITS (Walk Among Us, Bullet), KILLING JOKE, NEUROSIS, FAITH, VOID, FUGAZI sowie GUNS N' ROSES, ROBBY WILLIAMS und SURVIVOR sowie Albentitel von BAD RELIGION und RANCID, noch nicht einmal alle Bands und Alben rausgehört habe !
Mit einen Lied über den letzten heiligen Abend (nicht vergessen, am 21.12.2012 ist der Weltuntergang!) endet das 12te geile Album von NOFX.
Leider liegt mir kein Booklet vor, die üblicherweise bei NOFX immer besonders reizvoll sind, Punktabzug !
8 Points
Karsten Conform

PHILIPP POISEL –
projekt seerosenteich (live)
(Grönland Records, www.philipp-
poisel.de, www.groenland.com)
PHILIPP POISEL? Nie gehört, da bin ich ja mal gespannt, was die Post mir schönes zugestellt hat. Schon der erste Song „Schweigen ist Silber“ erinnert mich an XAVIER NAIDOO, ein softiger Song mit einem weicheirigen heulenden Gesang untermalt von einer akustischen Gitarre und einer Violine. Auch die Songs zwei und drei „Wo fängt dein Himmel an“ und „Im Garten von Gettis“ bestätigen den langweiligen einschläfernden Pop der allerschlimmsten Sorte mit Streichquartett, Klavier und Gitarre. *GÄHN* Wer hört sich so etwas an ? Mädchen, die noch von einen Traumprinzen träumen ? Dabei ist das Live-Album „Projekt Seerosenteich“ nach meinen Recherchen bereits die dritte Veröffentlichung von PHILIPP POISEL und es stand tatsächlich eine Woche auf der Pole Position der deutschen Albumcharts. Nicht mit mir, nachdem der vierte Song „Halt mich“ auch nur von ödem poetischem einnickendem Liedgut zeugt, fliegt die CD raus aus dem Player. 79 Minuten Stuhlgang, solange geht die CD (!), höre ich mir nicht an….
0 Points
Karsten Conform

SIGI MARON & THE ROCKSTEADY ALLSTARS – es is net ollas ans
(Mad Butcher Rec.,Kurze Geismarstr.6 37073 Göttingen, www.madbutcher.de)
Bayrisch bzw. bei SIGI MARON Wienerisch ist ja an und für sich ein witziger Dialekt. Auch wenn mich jetzt die Bayern und die Wiener steinigen werden, weil ich diese beiden Mundarten in einen Satz aufgezählt habe, witzig sind sie trotzdem.
Nicht so witzig sind die sozialkritischen Texte von SIGI MARON, der 2 Jahre nach dem von Aldi besprochenen Album „Live am Attersee“ ein weiteres Livealbum präsentiert. Es erstaunt mich allerdings schon etwas, das „es is net ollas ans“ im ORF, im österreichischen Radiokulturhaus von Wien aufgenommen wurde, denn mit seinen Texten holt SIGI MARON zum Rundumschlag gegen die Banken, Politik und den ganzen Business aus. Auch wenn ich nicht alle Texte komplett verstehe, die Inhalte sind nicht Haider-freundlich und was die Österreicher wählen bzw. für Führergestalten haben (Gott sich dank „hatten“!), wissen wir ja zur Genüge. Im umfangreichen Booklet sind die Texte zwar abgedruckt, aber viel weiter bringt mich dieses auch nicht, ist halt ein witziger Dialekt .
Musikalisch ist SIGI MARON, der immerhin schon seit 40 Jahren Lieder schreibt, in der Klangwelt der 70er Jahre hängengeblieben. So hört man deutlich BOB MARLEY, THE DOORS und TON STEINE SCHERBEN raus, begleitet von einen Bläser-Orchester. SIGI MARON holt sich seine Inspirationen aber auch von seinen Landsmännern, wie Udo Jürgens „ohne uns geht nix“ und der E.V.A. „da hausmasta“.
69 Minuten Wienerisch reichen mir allerdings für die nächsten Monate und genau deswegen wird es SIGI MARON wohl auch niemals schaffen nördlich des Weißwurstäquators aufzutreten.
6 Points
Karsten Conform


TRUSTGOD SIMON - diese party ist scheisse
(Hulk-Räckorz, www.trustgodsimon.de)
TRUSTGOD SIMON vs. Traugott Simon, welche Gemeinsamkeiten bzw. Unterschiede hat die Band aus Dinslaken mit dem Bier aus Köln-Kalk? Beginnt ich mit dem Kölsch, es gibt ja viele schlechte Bier, Traugott Simon gehört definitiv dazu. Traugott Simon ist Katzenpiss par excellence !
TRUSTGOD SIMON kann somit eigentlich nur besser sein, wer aber seinen Bandnamen von so einem Dreckbier bezieht, dem ist alles zuzutrauen. God sein Dank ist dem aber nicht so, und die fünf Jungs oder besser gesagt Männer in den besten Jahren, passend dazu Ihr Song „Jahrgang 1970“ (!), spielen mit ihrer Mischung aus Proll-Punk und ein kleines bisschen Politpunk direkt in mein kleines Punkerherz.
Mit ansprechenden Akkorden und eingängigen Texten gehen die 15 Songs gut ins Ohr und werden auf den kommenden Partys, bei dem das Bier in Strömen fließen wird, neben den KASSIERER, EISENPIMMEL und LOKALMATRADORE, von denen wurde übrigens „in den Arsch“ mit einen geänderten Text gecovert, in Dauerrotation laufen. Bierseliger Punkrock eben. Dabei sprechen mir einige Songs wirklich aus meinen Anfangs erwähnten Punkrock-Herzen, „am besten kann ich saufen“, „diese Party ist scheiße“ und „ich hab' die ganze Nacht gesoffen“ lassen erahnen, wie feucht-fröhlich die Songs sind.
Es geht aber auch anders, man kann ja auch nicht immer saufen (nee, ´ne Stunde tagsüber schlafen ist ja auch nicht schlecht). Dabei grüßt Mallorca mit dem Stimmungshit „Partys, Palmen, Weiber und 'n Bier“ in Micky Krause Manier und „anders als ihr“ was deutlich nach WIZO klingt.  
Diese Songs sind aber nur eine kleine Abwechslung auf diesem Alkohol verherrlichen Debütalbum. Trotzdem läuft die 33 Minuten lange Scheibe rauf und runter bei mir… Ich muss ja auch die Texte für die nächste Party üben
8 Points
Karsten Conform


BULLENSCHUBSER - bullemie
(Puke Music)
Mehr als ihr Band- und Albumname bleibt mir von BULLENSCHUBSER aus Berlin nicht hängen. Die 12 deutschsprachigen Songs plus `nen live mitgeschnittenen Coversong von BLOOD FOR BLOOD reißen mich nicht vom Hocker, typischer gegrölter Oi!-Punk mit Szenetypischen Texten, wie es ihn tausendfach gibt. Dazu kommen recht schief gesungene Chor-Passagen, die die Ohren eher quälen als eine Freunde bereiten. Auch das Statement der BULLENSCHUBSER zum unpolitischen („an dieser Stelle einen schönen Gruß an die Spinner von links und rechts, fickt euch ihr Vollidioten!“) findet bei mir keinen Gefallen. Es ist ja auch einfacher zu kritisieren, statt selber zu denken und sich hinter etwas zu stehen.
Zwei positive Sachen gibt es aber doch noch zu berichten, daher auch die 2 Punkte, das Booklet ist wirklich gut und die CD gibt es zum Mid-Nice-Price von unter 10,- Euro.
2 Points
Karsten Conform

IN STRICT CONFIDENCE – utopia
(Golden Core / Zyx;
www.instrictconfidende.com)
„Zauberschloss“, der Kult-Song, der Tanzflächen-Hit und gleichzeitig das einzige Lied welches ich von IN STRICT CONFIDENCE kenne. Dementsprechend war ich sehr gespannt, ob mich ein ganzes Album der deutschen Elektro-Band, die es immerhin schon seit über 20 Jahren gibt, so bezaubern kann wie Ihr bekanntester Song.
Mit der Vorab-EP-Auskopplung „Morpheus“ beginnt das achte Studioalbum von IN STRICT CONFIDENCE mit einen wirklich coolen Elektro-Beat-Song, den der folgende Song „Tiefer“ aber noch übertrumpfen kann. Das Video zu „Tiefer“ ist u.a. bei www.ramtatta.de zu finden, allerdings ist „Tiefer“ viel rockiger als die übrigen 10 Songs von „Utopia“ und hört sich stark nach OOMPH! an. Auch der dritte sehr melodische Song „Justice“ gefällt mir, dann wechselt aber ab dem vierten Song der Gesang. Statt Dennis Ostermann singt nun öfters Nina De Lianin mit ihrer Sopranstimme, die mich von Gesang her an NIGHTWISH und WITHIN TEMPTATION erinnert, die ich beide nicht mag. Allerdings sind die Songs weiterhin elektro-rockig mit viel Melodie, aber bis auf die Songs „Archangel“ und „Irgendwo im Nirgendwo“ können mich die weiteren Songs überhaupt nicht mehr bezaubern. Sie wirken monoton und eintönig, der Höhepunkt der Leiden ist dabei Track 8 „Karasevdah“ bei dem Nina orientalisch dahin trällert, das mir beinahe die Ohren abfallen.
Fazit, „Utopia“ ist ein vielfältiges Album mit 51 Minuten Mucke, welches einige Höhen, einige Tiefen und einige passablen Songs aufweist.    
5 Points
Karsten Conform

INCITE – all out war
(minusHEAD)
Wenn in einer Bandinfo der Nachname Cavalera auftaucht, weiß man, dass es sich bei der Band nicht um einen Knabenchor handeln wird.
Dieses trifft auch auf den Nachwuchs zu, auch wenn es sich „nur“ um einen Stiefsohn handelt, in diesem Fall Max Cavalera Stiefsohn Richie. Der gründete bereits 2004 INCITE, allerdings trennte man sich rasch wieder, um sich dann 2007 wieder zu vereinen. Zwei Jahre später kam das erste Album „The Slaughter“ auf dem Markt, welches INCITE allerdings nur einen kleinen Achtungserfolg brachte.
Für das zweite Album hat sich INCITE keinen geringeren als Logan Mader als Musikproduzent geangelt oder umgekehrt… Als Gitarrist war Logan Mader ja schon eine Autorität, als er bei MACHINE HEAD und SOULFLY spielte. Inzwischen hat er sich mehr auf das Produzieren spezialisiert und neben dem 2010er SOULFLY Album „Omen“ noch bei CAVALERA CONSPIRACY, DEVILDRIVER und FIVE FINGER DEATH PUNCH an den Reglern gesessen. Dementsprechend fällt auch das neue INCITE Album aus, Metal – Trash von höchster Qualität. Dabei erinnert mich „All Out War“ sehr stark an die trashigen Songs von 5FDP. Wobei INCITE ihre Songs aber noch mehr in die Länge ziehen. Auf „All Out War“ ist gerade einmal ein Song unter 3½ Minuten, folglich knallen einen die 10 rhythmischen Songs mit gefühlten 300 Beats pro Minute, 42 Minuten lang um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht. Im positiven Sinne ! Richie Cavalera shoutet dabei seine Songs heraus, als wäre es seine Pflicht die Membrane der Lautsprecher zu zerfetzen….
Trotz dutzendmaligen Hörens hat es Richie bei mir aber noch nicht geschafft. Da ich das Album aber phantastisch finde, werde ich ihm noch 100 weitere Chancen dazu geben !
Einziger Minuspunkt, ich habe kein Booklet zu „All Out War“ erhalten 
9 Points
Karsten Conform

KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA
PALOMA PFEIFEN – postsexuell
(Broken Silence Records;
www.brokensilence.de; www.facebook.com/pages/KEINE-ZÄHNE-IM-MAUL-ABER-LA-PALOMA-PFEIFEN/134284033298389)
Wenn mich in diesem Jahr ein Album überrascht hat, dann das Debütalbum des Kieler Trios KEINE ZÄHNE IM MAUL ABER LA PALOMA PFEIFEN !
Bei diesen Bandnamen (ich bin mal so frei und kürze diesen etwas überdimensionierten Bandnamen etwas ab => KZIMALPP) war ich mehr als überzeugt, es mit einer neuen Comedy - Kabarett - Funpunk - Band á la HEITER BIS WOLKIG oder ANGEFAHRENE SCHULKINDER  zu tun zu haben, aber da habe ich mich ganz gewaltig geirrt.
Was das Leipziger Allerlei für den Gaumen ist, ist das Kieler Allerlei für den Musikkonsumenten. Folglich nimmt der Gemüsefetischist das Gericht aus Leipzig und der individuelle Musikliebhaber nimmt KZIMALPP. So viele Stilrichtungen, wie ich hier aus den 10 (+ 1 Hidden-) Songs von KZIMALPP raushöre, habe ich selten vorgesetzt bekommen. Eines überragte aber alles, das sind die treibenden Bassläufe von Lars Stuhlmacher, die mich unweigerlich an die lebende Hardcore -  Legende NO MEANS NO erinnern. Die drei Norddeutschen greifen aber auch andere Musikklassiker auf, dessen Melodien in Ihre Songs leicht abgeändert zu hören sind. Und so trifft „Mother“ von DANZIG auf „A Forst“ von THE CURE und das FLIEHENDE STÜRME Feeling vereinigt sich mit alten DEPECHE MODE Klängen. Viele Songs werden mit minimalen Synthesizerklängen gestützt und so höre ich auch New Wave und NDW Hymen von VISAGE und UKW heraus. Mit etwas Phantasie höre ich sogar die SPORTFREUNDE STILLER !  
Aber nicht nur die Melodien erinnern mich an einige Songs auch einige Texte bzw. gleich beides, beispielsweise TON STEINE SCHERBEN mit „Ich will nicht werden was mein Alter ist“ und „Etikette tötet“ von SLIME. Auf welche KZIMALPP Songs die zwei zutreffen müsst Ihr aber selber herausfinden
Textlich sind die 11 deutschsprachigen Songs also auch nicht ohne und erinnern mich an TURBOSTAAT sowie OMS HANS.  Leider liegt mir kein Booklet vor und das Cover ist auch nicht anziehend  deswegen kann ich die Höchstpunktzahl dieses mal nicht vergeben, die „Postsexuell“ ansonsten verdient hätte !
9 Punkte
Karsten Conform

OUT OF STEP – mr. x and mr. t
(District 763 Records;
www.posiforce.net)
OUT OF STEP aus Hamburg sollte man sich merken, denn Sie spielen bestimmt auch bald in Deiner Stadt ! Zumindest wenn ich dem ansehnlichen Digipack glauben schenken darf, in dem über 50 Konzertplakate von Ihren Gigs abgedruckt sind. Das Booklet hätte allerdings etwas umfangreicher ausfallen können.
Die 13 Hardcore – Songs auf Ihren ersten Full Length Albums sprühen nur so vor Energie und knallen einen zwischen 14 und 149 Sekunden lang gehörig um die Ohren. Dementsprechend schnell wäre  „Mr. X and Mr. T“ nach nur 19 Minuten Spielzeit zu Ende, erfreulicherweise wurden aber noch 5 Live – Songs vom März 2011 und 6 Songs von Ihrem 2007 Demo mit drauf gepackt und so kommt ihr Debütalbum auf 42 Minuten Spielzeit. Sehr bemerkenswert für eine Hardcore Band, die sich die Ideologie des Straight Edge groß auf Ihre Fahnen geschrieben hat. Daher kommt sicherlich auch Ihr Bandname OUT OF STEP, so hieß vor über 30 Jahren der Song von MINOR THREAT mit dem die Straight Edge Bewegung ja begann.
Zurück zu der Demoaufnahme von 2007, die 6 Songs kommen genau so geil rüber wie die neuen Songs, Daumen nach oben. Der Live – Mitschnitt ist allerdings Dreck !!! Die Aufnahme hört sich wie `ne Probe mit einigen gut aufgelegten Freunden an, die mit ´nen Kassettenrecorder aufgenommen wurde. Woher ich das weiß ? Weil wir das damals auch so gemacht haben
Deswegen „nur“
7 Points
Karsten Conform

 


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