Apoptygma Berzerk
 

Apoptygma Berzerk – Bielefeld „Ringlokschuppen“ 11.02.2009

 
Konzerte im Winter haben ja immer so ein gewisses Risiko in unserem Gefilde. Wenn es denn mal schneit, und von der weißen Pracht haben wir in diesem Winter ja genug abbekommen, dann können die Straßen hier so etwas von unbefahrbar sein, dass eine Fahrt nach Bielefeld, was ja auch nur 50Km sind, schon eine Tortur werden kann. Deswegen habe ich mir in den letzten Jahren auch nur sehr selten eine Konzertkarte im Vorverkauf zugelegt, um dann in solchen Fällen mir ruhigen Gewissen meinen Arsch zu Hause zu lassen. Da Jana jetzt aber für das Apoptygma Berzerk Konzert schon im Vorverkauf Karten holen wollte, habe ich einfach mal auf Petrus gesetzt und mitbestellt, auch mit der Vermutung, es könnte ja ausverkauft an der Abend­kasse sein. Ist natürlich klar, dass es gerade an diesem Mittwoch schneite und die Straßen schön glatt waren. Bingo ! Die erste Enttäuschung kam dann aber im Ringlokschuppen auf uns zu. Apoptygma Berzerk spielte nur in der kleinen Halle, die Kartennachfrage war dann wohl doch nicht so hoch, wie ich es erwartet habe. Pünktlich um 20.30 Uhr betrat die Vorgruppe The Anix aus L.A. die Bühne. Die Kalifornier waren wirklich sehr nett und haben sich zigmal für unseren Applaus bedankt, das gibt natürlich Bonuspunkte. Musikalisch war die halbe Stunde auch okay, passte ganz gut als Vorband für die Norweger, elektro­nischer Rock eben, wobei mich der Sänger gesanglich etwas an Robert Smith erinnerte. Auf deren Myspace Seite (www.myspace.com/theanix) haben sie auch ein Tourtagebuch angelegt, dort sind nicht nur Livefotos und Berichte drinne, auch ihre Sightseeingtouren tagsüber sind dokumentiert. Find ich dufte das sich The Anix auch dafür interessieren und nicht den ganzen Tag im Tourbus abgammeln.



Apoptygma Berzerk startet um 21.30 Uhr und es wurde voll in der kleinen RLS-Halle. Ich schätze mal so 700 Leute. Da Apoptygma Berzerk 3 Tage später auch noch in Hannover spielten, hätte ich mir das ja eigentlich auch denken können, dass zu einem Konzert in der Woche keine 2.500 Leute (Kapa­zität der großen Halle) kommen. Die ¾ Stunde stand dann ganz im Zeichen der neuen Platte „Rocket Science“ und da dieses Album erst 2 Wochen auf dem Markt war, kannte kaum jemand die neuen Songs. 2/3 der ersten 9 Songs waren also Neuheiten, dementspre­chend zurückhaltend fiel auch die Stimmung aus (wobei die Ostwestfalen ja auch ansonsten keine Stimmungskanonen sind). Bis dahin war ich doch recht enttäuscht, 20,- Euro Eintritt + beschissene Anfahrt und nix positives auf der Habenseite. Gut das die zweite Gighälfte positiver ausfiel. Endlich kamen die Gassenhauer wie „love never dies“, „until the end“, „kathy´s song“ usw. dran und sofort kam auch Stimmung in den Laden. Der zweite Zugabesong „Non Stop Violence“ wurde dann wie beim Mera Luna Festival 2008 vorgetragen, das Publikum wurde dabei mit einbezogen. Das kommt schon verdammt cool, aber auf dem Mera Luna kam es doch irgendwie noch ein bisschen besser. Nach knapp über 1 ½ Stunden, nach dem zweiten Zugabeteil war dann Schluss mit diesen recht abwechslungs­reichen Konzert. Der erste Teil war mau, was sicherlich zum größten Teil dran lag, dass die neuen Songs zu unbekannt waren. Der zweite Teil war dann Top J und trotzdem hätten Apoptygma Berzerk noch nen halbes Dutzend weiterer Hits, die sie ja nun haben, spielen können. 

Karsten Conform
 
 
 
   
 
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