MAD SIN & PODWORKI CHULIGANI im KLUB KWADRAT in KRAKAU am 20.03.2010
 

MAD SIN & PODWORKI CHULIGANI

im KLUB KWADRAT in KRAKAU am 20.03.2010

 

Da entschlossen wir uns im Winter 2009 im März 2010 ein paar Tage naCh Krakau zu fahren und uns dort die Stadt anzuschauen. Als wir dann erfuhren, dass MAD SIN im März 2010 auch in Krakau spielen sollten, war klar. Wir fahren hin, wenn die Bande auch dort ist.

Gesagt, getan. Diesmal ging es ganz unökologisch und unromantisch mit dem Flieger in die schönste Stadt Polens ( nach Aussage von vielen Polen ). Wir wären auch romantisch mit dem Nachtzug von Berlin gefah­ren, aber dieser wurde aus unbekannten Gründen Anfang des Jahres eingestellt.

Nach zwei Tagen Sightseeing waren wir sehr gespannt, wie das Konzert werden würde.

Ursprünglich war das Konzert in einem Club direkt am Hauptbahnhof geplant. Es wurde dann aber doch in einen Studentenclub verlegt, der 25 Minuten mit dem Bus vom Hauptbahnhof entfernt war. Das Konzert sollte bereits um 19.00 Uhr (!) losgehen. Da wir auf Nummer Sicher gehen wollten, waren wir nach einer recht abenteuerlichen Busfahrt und einem kleinen Fußmarsch über ein Gelände welches Studentenwoh­nungen beherbergte vor einem…sagen wir Gebäude. Es war ungefähr in den 80er Jahren gebaut und sah undefinierbar aus. Eine Mischung aus Sporthalle und…ach ich weiß auch nicht.

Auf dem Parkplatz davor war kaum ein Auto zu sehen und auch vor dem Club waren kaum Leute. Viel zu früh, also. Wie ich vermutet hatte. Immerhin war der Bus aus Berlin da. Wir waren also richtig!

Als wir den Club betraten, kamen wir erstmal nur in einen Vorraum im Erdgeschoss wo sich die Garderobe und die Toiletten befanden. Weiter ging es nicht, da noch Soundcheck war.

So konnten wir den ersten Klängen von MAD SIN lauschen und uns fragen wie lange wir wohl warten müssen. Neben uns waren noch eine handvoll Leute anwesend. Punks, Crusts und ein paar Normalos.

Irgendwann kam dann eine kleine Frau, wie sich später herausstellte die Verantwortliche des Clubs, und kontrollierte die Tickets der Anwesen­den. Nun, wir hatten keine Tickets, wir standen auf der Gästeliste. Das brachte sie erstmal vor Probleme, denn sie verstand kaum englisch. So musste ein Security aushelfen, der uns sagte, dass es keine Gästeliste gebe. Nachdem wir ihm klar gemacht hatten, dass wir von der Band eingeladen wären und außerdem aus Berlin kämen, lief die kleine Frau die Treppen nach oben um wenig später uns mitzuteilen, dass alles o.k. wäre. Super!! Von einer Kasse war keine Spur zu sehen. In der Hoff­nung jetzt endlich rein zukommen, und sei es nur um Bier zu trinken, ging das Grüppchen was da war die Treppe hoch. Wir gingen mit. Und…dort standen wir wieder vor verschlossenen Tür. Immerhin stan­den schwere Holzmöbel herum auf denen wir uns hinfläzten. Im hellen Neonröhrenlicht in 80er Jahre Jugendclubambiente zu warten hat was.

Mittlerweile gesellten sich immer mehr Leute dazu. Man sah Punks, Skins, einige wenige Psychobillys und ein paar Crusts. Man unterhielt sich und benahm sich extrem gesittet. Kein Schreien, kein Anbrüllen, kein nix. Total gut erzogen!

Nach einer halben Ewigkeit ging es dann in die heilige Halle.

Dieser war dann ein ziemlicher Kontrast zu dem Rest was wir bisher gesehen hatten. Der Raum war zweistöckig, wobei oben jede Menge Sitzgelegenheiten mit Tischen waren. Unten waren auf der einen Seite Nischen mit netten Sitzecken und auf der anderen Seite die Bar.

Es gab lecker und günstiges Bier ( Fassbier 0,5 l ca. 1.50 € ) sowie Softdrinks. Hartalk wie Wodka war nicht zu sehen. Die Bühne war groß und hoch. Von oben hing viel sehr gutes und effektvolles Licht. Alles sah sehr neu und extrem sauber aus. Nirgendwo war Dreck zu sehen.

Auch hier das gleiche Bild, sehr gesittetes Benehmen. Der Raum hatte eine Kapazität für ungefähr 400, vielleicht 500 Leute.

Als die Vorband auf die Bühne kam, und der Drummer im Dunkeln mit aller Wucht auf seine Toms haute, blieb mein Herz kurz stehen. Man war das laut! Konnte man sich davor noch gut unterhalten, musste man sich jetzt anbrüllen. Es war richtig derbe! Und war das Licht schon gut, so war der Sound mindestens genauso gut. Alle Instrumente waren glasklar zu hören und der Gesang kam ebenfalls sauber rüber. Ein Bomben­sound!

Die Band spielte am Anfang sehr guten Punkrock. Würde die polnische Sprache den Songs nicht eine eigene Note geben, könnte man sagen die Band hat prima Deutschpunk gespielt.

Es bildete sich vor der Bühne, die mit einem Graben gesichert war, sofort eine Traube hüpfender und pogender Fans der Band.

Die Jungs machten ihre Sache sehr ordentlich, spielten sehr sauber zusammen. Als dann aber die ersten Ska und Reggae-Rhythmen erklangen war das Publikum endgültig verzaubert. Selbst hinten wurde getanzt. Die Band zog einen in den Bann! Sie spielten gut 40 Minuten, wobei die letzten Minuten sich doch etwas in die Länge zogen. Insge­samt lieferte die Band eine tolle Show ab. Ska, Reggae und Punk kann man also auch prima zusammenmischen. Kenn ich so von keiner deut­schen Band. Wer die Band mal antesten möchte, sollte auf deren MySpace-Seite gehen (http://www.myspace.com/podworkowiband ).

Als die Lichter angingen, war der Saal vielleicht halbvoll. Nun machte sich die Bande aus Berlin auf der Bühne zu schaffen. Nicht mehr lange, und dann gab es MAD SIN!!

Noch einmal die Toilette besucht (auch hier, kein Schmutz, keine Graffi­tis und keine Spuckis) und ein frisches Bier geholt und ab vor die Bühne.

Ich war gespannt, was abgehen würde, schließlich hatte ich schon eini­ges gehört, wie es bei Konzerten in Polen abgeht.

MAD SIN betraten die Bühne, und vor allem Sänger Köfte fiel sofort auf. Richtig viel abgenommen hatte der Sänger von MAD SIN. Die Band begann nach einer Begrüßung in polnisch, wie nicht anders zu erwarten sehr schwung - und druckvoll.

Die Meute vor der Bühne ging gut ab, allerdings war es nicht härter als bei Psychobillykonzerten in Deutschland. Was auffiel war, dass auch viele Mädels tanzten.

Jeder hatte in der gut halbvollen Halle genug Platz seinem Bewegungs­drang freien Lauf zu lassen. Es war nicht anders als in Deutschland. Ich fühlte mich im Laufe des Konzertes wie zu Hause. Es war klasse! Dazu trug natürlich auch MAD SIN bei, die ein richtig klasse Set ablieferten. Sie spielten u.a. “Ich kann nicht schlafen“, “Communication Breakdown“, “Meat Train at Midnight“ und “Ride this Torpedo“. Es war richtig zum wohl fühlen!

Die Band spielte gut 90 Minuten. Als das Licht anging war tatsächlich kurz nach 22.00 Uhr. .

Nachdem wir höflich gefragt hatten, wurden wir in die Backstageräume gebracht, wo die Band kaputt aber zufrieden saß. Dort blieben wir dann noch auf ein paar Bierchen.

Für die Rückfahrt zahlten wir bis zum Hauptbahnhof mit dem Taxi entspannte 6 €.

Nach einem entspannten Spaziergang durch die kühle Nachtluft fielen wir sehr zufrieden in unsere Betten.

Es war ein tolles Konzert, tolle Stimmung und Krakau ist immer eine Reise wert.

Vielleicht schon am 09.10.2010 wenn DIE TOTEN HOSEN mit FARBENLEHRE im Club Kwadrat spielen.

Frank

 

 

 
   
 
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