cdreviews nr. 19 seite 3
 

 

POPPERKLOPPER – was lange gärt, wird endlich wut ! CD

(www.popperklopper.com; www.nix-gut.de)

Jow die Popperklopper gibt es ja auch quasi eine Ewigkeit, was man dieser Scheibe auch anhört. Seit Anfang dieses Jahrtausends haben sie ja auch neben ihrem Deutschpunk den 77er Punkrock  mit einfließen lassen, was even­tuell bei Deutschpunkkids nicht so gut ankommt, bei mir aber schon !

Diese CD bietet einen gesunden 50/50 Mix dieser Stile und beides mit voller Leidenschaft, so dass diese CD nicht langweilig wird. Und in einer Zeit, wo viele Leute ihre Musik nur noch aus dem Internet saugen, sei gesagt, dass die CD auch hübsch aufgemacht ist mit einer Zeitung, in der die Texte integriert sind. Als Bonus gibt es übrigens noch ein Live Video mit 4 Deutschpunksonx gefilmt beim Resist to Exist Festi­val 2008.

Aldi

 

RED HOT CHILLI PIPERS –

blast-live CD & DVD

(REL RECORDS / NEW MUSIC DISTRIBUTION )

Nein, ich hab mich nicht verschrieben. Die acht Männer aus Glasgow haben sich tatsäch­lich so genannt. Der erste Band­höhepunkt war schon 2004. Da standen sie mit THE DARKNESS auf der Bühne Davon gestählt, gewannen sie in 2007 den Haupt­preis einer Talentshow im Fern­sehen. Ob man diese Band dann tatsächlich noch als Talent bezeichnen konnte?

Egal, der Aufstieg ging weiter.

Die Band spielte und spielte ihren von Dudelsäcken dominierten Classic-Rock.

Und immer und immer wieder stand die Band auf den Brettern die die Welt bedeuten.

In Deutschland sind sie momen­tan auf einer sehr ausgedehnten Tour.

Die Live-CD “Blast“ kommt zeit­gleich auch als Live-DVD raus.

Kommen wir jedoch erst zur CD.

Die Live-Scheibe besticht durch glasklaren Breitband-Sound. Das Schlagzeug ist fett und satt auf­genommen, unterstützt jedoch die Band nur und ist nicht im Vorder­grund. Im Vordergrund sind die Dudelsäcke. Diese werden von Stuart, William und Kevin mit höchster Kunst gespielt. Dazu gesellen sich Gitarre / Bass, Percussions und Orgel / Piano / Syntheziser.

Die Band spielt eigene Kompositi­onen, wie auch eine Menge Coverversionen. Bei den Covers handelt es sich durchweg um bekannte Songs wie “ Smoke on the Water“, “ Eye of the Tiger“ oder “Teardrop“ von MASSIVE ATTACK.

Da Sound und Arrangements glasklar rüberkommen, gibt es von technischer Seite nix zu meckern. Es mag sicher für den Ein oder Anderen zu sauber klingen, aber es ist eben auch eine Art von Musik die weder rotzig noch improvisiert klingen soll, sondern einfach satt und perfekt.

Die Bilder zum Sound sind sehr ordentlich. Für die Aufnahmen im “Old Fruitmarket“ in Glasgow wurden weder Kosten noch Mühen gescheut. Sogar ein Kran kam zum Einsatz. Die Schnitte sind gut gesetzt und die Bilder strotzen vor Klarheit. Auf der DVD sind alle Songs des Konzertes enthalten, was bei der Live-CD nicht der Fall ist. Zu der Konzertaufnahme gibt es noch als Bonus noch ein Interview sowie die Band wie sie “On the Road“ ist.

Stilistisch ist die Band in eine Sparte vorgestoßen, die bisher so richtig noch nicht besetzt war. Entweder sind Bands mit Dudel­säcken sehr folkig oder punkig, aber im Classic-Rock Metier ist meines Wissens keiner, außer den RED HOT CHILLI PIPERS.

Wer auf Dudelsacksound im Breitbandformat steht, und die Pipers noch nicht kennt, der sollte die Glasgower mal anchecken.

Frank

 

SARAH BLACKWOOD –

wasting time

(Wolverine Records / Soulfood)

SARAH BLACKWOOD dürfte dem Ein oder Anderen bereits was sagen.

Die zierliche und energiegeladene Dame ist Sängerin der Punkabilly-Horrorpunk-Band THE CREEPSHOW. Obwohl die Band viel auf Tour ist, scheint Sarah immer noch genug Energie und Ruhe zu haben um eigene Projekte auf die Beine zu stellen.

Mit “Wasting Time“ kommt bereits das zweite Solo-Album von Sarah heraus.

Das Debut wurde von Sarah komplett alleine getragen. Zu diesem Album hat sie sich nun Verstärkung geholt. Daniel Flamm begleitet Sarah und singt auch zwei Songs mit ihr im Duett. Durch die Verstärkung bekommen die Songs etwas mehr Drive und sind zugleich etwas abwechs­lungsreicher als auf dem Vorgän­geralbum.

Stilistisch ist SARAH BLACK­WOOD in klassischen Gefilden geblieben. Ihr Stil besteht aus einem Großteil Country und Western-Music. Dazu gesellen sich Anleihen von Pop und Blues.

Die Musik ist abwechslungsreich, soweit man das bei Akustik sagen kann. Getragen wird jeder Song allerdings absolut von SARAH BLACKWOODS Stimme. Diese gibt den Songs die Sehnsucht, die Traurigkeit und das Herz. Beson­ders wenn Sarah melancholische Töne anstimmt, geht einem das Herz auf. Das sind pure Gefühle! Das lässt einen innehalten.

SARAH BLACKWOOD hat mit “Wasting Time“ ein Album geschaffen was ans Herz geht.

Hier stimmt fast alles! Und das Wichtigste, das Album ist ehrlich. Das ist etwas was viele Künstler in diesem Bereich verloren haben. “Wasting Time“ kann somit nicht nur als tolles Album gefeiert werden sondern kann es auch locker mit einer Vielzahl von Alben in diesem Bereich aufneh­men.

Frank

 

SEEKERS OF THE TRUTH – 

2 descades shunning masks

Es ist doch immer wieder erstaun­lich was man so entdecken kann, wenn man sich einfach mal eine CD von einer Band die man nicht kennt, aber die auf MySpace nicht schlecht klingen, anfordert. So geschehen bei SEEKERS OF THE TRUTH aus Frankreich.

Die Band existiert schon seit einer halben Ewigkeit. Von 1988 bis 1995 trugen sie den Namen SHIT HAPPENS. Seit 1996 haben sie den Namen SEEKERS OF THE TRUTH.

Eine Band die seit 22 Jahren Musik macht, sollte eine Menge Erfahrungen haben und ebenso aufspielen. Nebenbei bemerkt sind im Hardcore 22 Jahre eine halbe Ewigkeit. Denn genau diesen Stil hat sich die Band seit Anbeginn ihrer Existenz verschrieben. Hardcore. Eher Oldschool als Newschool. Dazu kommen Einflüsse aus dem engli­schen Oi der alten Tage, Rock, Metal sowie Punk. Damit ist die Band weit mehr als eine Hard­core-Band die ihren Stiefel, wenn auch gut, runterspielt. SEEKERS OF THE TRUTH haben natürlich auf diesem Album knallige Hard­core-Songs. Diese gehen teil­weise brutal nach vorne und bestechen durch Druck, Melodie, Breaks und eine immer noch unbändige Wut.

Daneben gibt es aber auch Songs die an THE BUSINESS oder DISCIPLINE erinnern.

Eine explosive Mischung!

So wird es beim Hören von “ 2 Decades shunning Masks“ nie langweilig. Selbst nach mehrmali­gem Hören macht die Scheibe mit ihren 20 Tracks noch Spaß. Und das kann man wahrlich nicht von jeder Hardcore-Band behaupten.

Hoffen wir, dass die Band auch bald den Weg nach Deutschland findet um hier auch live zu zeigen was sie kann.

Frank

 

SKAFIELD – memories in

melodies CD

(Long Beach Records Europe / Brokensilence)

Eine neue Scheibe von SKAFIELD. Vier Jahre ist es nun her, seit der letzte Output der Band den Weg in die Öffentlich­keit fand. Aus 2003 ist das immer noch tolle Werk “ Smiling at the tragedy“, an das ich mich noch gut erinnere, und welches ich bis jetzt zu den besten Scheiben der Band zählen würde.

Nun ist aber “MEMORIES IN MELODIES“ draußen. Im Promo­zettel wird vollmündig der Druck, die Melodien und die Wut die die Band hat gelobt. Nur ist bei der Lektüre der Promozettel Vorsicht geboten. Diese sind teilweise schlimmer als Media Markt Werbung.

Allerdings muss man in diesem Fall sagen. Die Promo-Info hat Recht.

Die Songs gehen druckvoll, wütend und voller Melodien nach vorne. Die vier Bläser sind etwas in den Hintergrund gerückt, was ich persönlich schade finde. Sie geben den Songs zwar gute Akzente, allerdings sind vier Bläser sicher im Stande mehr zu bringen als nur Akzente.

Dafür ist das Schlagzeug perfekt aufgenommen. Die Gitarren sind ebenso klasse. Der Gesang von Philipp ist variantenreich, deutlich zu hören und  passt gut zur Musik.

Die Texte kommen sehr persön­lich rüber und setzen sich mit der Ungerechtigkeit in der Welt und der Hoffnungslosigkeit auseinan­der. Das kommt gut, wenn auch etwa hoffnungslos rüber. Damit man keine Depressionen bekommt, gibt es musikalisch positiv gestimmten druckvollen, schnellen Skapunk.

Schnell und wütend kann man hier seinen Frust von der Seele tanzen.

Zum ersten Mal gibt es einen deutschen Song von SKAFIELD. Auch hier ist der Text sehr gut. Er beschäftigt sich mit der Wirt­schaftskrise und dem weiteren Verlauf der Welt und der Ent­wicklung eines jeden Einzelnen. Gut gemacht. Mehr davon!

Insgesamt ist “MEMORIES IN MELODIES“ ein starkes, schnel­les und druckvolles Ska-Album, welches auch durch den Bläser­einsatz gekonnt jede Emo-Klippe umschifft, die sich manchmal auftut, wenn Philipp all zu welt­schmerzhaft ins Mikro kreischt. Dazu gibt es auch langsamere Stücke als Kontrastprogramm. Mit diesem Album melden sich SKAFIELD eindrucksvoll zurück. Live werden die Songs sicher noch mehr knallen als auf CD. Davon kann man sich in diesem Jahr noch auf diversen Konzerten der Band überzeugen.

Frank

 

THE RABBLE –

the battle´s a most over…  

(Gordeon Music, Brunnenstr. 181, 10119 Berlin, info@gordeonmusic. de, www.myspace.com/therabble,  www.therabble.net)

… but the war has just begun.

Heißt es auf dem DIN A4 Poster, welches der CD beiliegt, sowie im Song “The Battle”.

Aber der Reihe nach.

Schon beim auspacken der Digi­pack-CD fällt dieses geile Cover ins Auge. Eine Mischung aus der El-Mariachi-Trilogie mit dem namenlosen Gitarristen (Antonio Banderas), verschönert mit dem bekannten EXPLOITED Iro, der durch einen Straßenzug einer zerstörten Nachkriegsstadt zieht.

Hammer Cover !

Auch das Booklet und das erwähnte doppelseitig bedruckte Farbposter sammeln Pluspunkte bei mir. Auf dem Poster sieht man auch, wie jung die 3 Punkrocker aus Neuseeland sind. Die Jungs (im wahrsten Sinne des Wortes) brauchen sich noch nicht einmal zu rasieren ! Aber fett gepierct und tattowiert, was wohl die Mama dazu sagt ? Jetzt mal ehrlich, die Jungs vom anderen Ende der Welt sind Anfang 20 und haben es schon jetzt verdammt gut drauf ! Auch wenn die Rechte für das Album aus dem Jahr 2007 sind, die Platte erscheint erst jetzt (zumindest in Deutschland) und wird sicherlich einschlagen wie ´ne Bombe (passend zum Cover).

Der Sound und der Gesang erin­nern mich total an RANCID bzw. OPERATION IVY. Geiler Punk­rock mit Skaeinflüssen und vielen Chören….

Vielleicht teilweise eine Spur zu poppig. Aber trotzdem geil !

Und Bassläufe sind dabei….

Ich werde neidisch !

Komme ich wieder auf den Song „The Battle“ zu sprechen, den der beginnt mit einem kräftigen schottischen Dudelsack. Und als würden die drei Neuseeländer bei den Highland-Games mitmachen, knallt auch dieser Song grandios aus den Boxen. „The war has just begun“ und so ganz nebenbei werfen die Burschen bestimmt auch noch ein paar Baumstämme über die Schulter.

Kleine Baumstämme

Erst ab dem 14 Song „Dead End“ lassen es die Jungs vom fünften Kontinent mal etwas langsamer angehen, um dann eher rockig die insgesamt 16 Songs bzw. 54 Minuten (!) abzu­schließen.

Verdiente volle Punktzahl !!!!

10 Points

Karsten Conform

 

UBERKID  -  thes hate us in new york CD

(STF Records / M-System+CMS GmbH)

UBERKID kommen aus Berlin und aus Hannover. Berlin kann man ja als Referenz gelten lassen, aber Hannover? Nicht zu Unrecht als die hässlichste Stadt der Welt tituliert, aber durch Lena ( unser Kind in Oslo ) vielleicht gerade deshalb geadelt und nun geltend als Geheimtipp der Kreativen? Na, egal. Hier geht es nicht um Stadtphilosophie. Hier geht es um Musik, um kreativen Krach.

UBERKID existieren seit 2 ½ Jahren und präsentieren mit“ They hate us in New York“ ihren ersten Longplayer. Das ist eine steile Karriere, hätte man vor 2 ½ Jahren angefangen Musik zu machen. Das haben die Jungs jedoch definitiv nicht. Dafür ist die Musik viel zu ausgefeilt.

UBERKID präsentieren auf ihrem Album zwölf Songs die stilistisch eine Melange aus Crossover, soften Screamo, Indie-Rock und einem Hauch Elektro-Punk beste­hen. Da kommt Druck rüber, sollte man meinen. Druck kommt defini­tiv rüber. Man muss UBERKID auch zu Gute halten, dass sie nicht versuchen ein besserer Bullet for my Valentine-Klon zu sein. Allerdings klingt spätestens beim zweiten Hören der heisere, schreiende Gesang etwas zu aufgesetzt. Da ist kein Volumen drin. Das kommt Möchtegern-mäßig rüber. In die Songs werden, mal mehr mal weniger Samples reingedreht. Samples die nach Billigtechno aus dem geklauten Keyboard von Karstadt klingen. Warum diese Samples zu hören sind, weiß kein Mensch. Sie bringen den Songs nichts, außer dass sie einen Break schaffen und einen fragend vor der Anlage stehen lassen. Wenn ich Samples reinmische oder den Sound mit einem Keyboard unterlegen will, dann sollte es zur Musik passen und nicht komplett fremd klingen.

Künstlerischer Anspruch Hin oder Her, dass passt nicht.

UBERKID zeigen auf “They hate us in New York“ durchaus gute Ansätze und haben ihren eigenen Stil, welcher ausbaufähig, aber immerhin vorhanden ist. Keine schlechten Vorzeichen also für eine gute Entwicklung.

Frank

 

V/A – es lebe der punk vol. 12

(www.nix-gut.de)

Alle Deutschpunkbands, die bei drei nicht auf den Bäumen sind, werden auf Nix Gut veröffentlicht ! Haha, na ja, zumindest veröffent­lichen Nix Gut sehr sehr viel ! Und da Punk sich ja nicht immer alles kaufen kann, haut Nix Gut auch immer wieder die Es lebe der Punk Sampler für kleines Geld auf den Markt, auf denen es Songs der aktuell veröffentlichten Bands gibt. Und auch hier gibt es je zwei Sonx von 10 Bands wie z.B. Zeckenterror, Freibeuter AG, Alarmsignal, Die Gefahr usw... Soweit eine Gute Sache...

Aldi

 

WE ARE WOLF – aeons CD

(Noizgate Records)

10 Jahre hat die Band schon auf dem Buckel. Das ist ordentlich Holz.

Waren die fünf Jungs früher unter dem Namen “Eat unda Table“ unterwegs entschloss man sich im Laufe der Zeit den Namen in WE ARE WOLF zu ändern. Wir sind Wolf. So, so.

Ein Wolf kann heulen, sicher auch kreischen, jaulen und er ist vor allem wachsam. Nun will ich keinen Logikbogen vom Namen zur Musik spannen, aber das was da gesanglich bei den Songs aus den Boxen kommt, hat manchmal durchaus was von einem wüten­den Wolf.

WE ARE WOLF nennen ihren Sound Melodic Deathmetal und das passt schon.

WE ARE WOLF haben ihre Wurzeln auf jeden Fall im Death Metal, das merkt man den Songs und dem Gesang auch an. Es ist allerdings kein stumpfes Growlen und Grunzen was die Band gesanglich bietet sondern eine Mischung aus Death und Screamo.

Aber nicht nur gesanglich ist die Band qualitativ hochwertig unter­wegs. Auch die Musik weiß zu gefallen. Technisch ist das sehr ordentlich. Breaks und Melodie­wechsel mit einem ballernden Schlagzeug und zwei sehr guten Gitarristen fallen schon beim ersten Hören positiv auf.  Auch beim zweiten und dritten Durchhö­ren weiß die “AEONS“ zu gefallen nur schleichen sich hier und da kurze Momente der Langeweile ein. Es kommt einem dann so vor, als ob man den und den Part doch schon mal ein paar Minuten davor gehört hat. Und richtig, es ist auch so.

WE ARE WOLF haben mit “AEONS“ einen ordentlichen Start hingelegt und sind eine Band auf die man achten sollte. Mit noch etwas mehr Melodie und Abwechslung könnte es die Band in diesem Genre noch weiter nach oben schaffen. Ich bin gespannt.

Als besonderer Anspieltipp sei “Let´s Celebrate the Apocalypse“ genannt.

Frank

 

 
   
 
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